Kurz vor dem letzten Auftritt Werner Pirchners als Vibraphonist am Jazzfest Frankfurt (1988) spielten wir im Friedrichstadtpalast in Ostberlin ein Duo- Konzert. Am Tag darauf durchstöberten wir ein Musikantiquariat, in dem Werner etwas Handgeschriebenes von Bach entdeckte. In unserer Begeisterung kauften wir also mehr Bach-Noten als wir tragen konnten, was unsere Heimreise (ohnehin bepackt mit Vibraphon, e-bass, Köffern etc.) deutlich erschwerte. Die in verschiedene Teile zerlegte Violinsonate I (BWV-1001) bildet auch die Einleitung meiner jazztunes, die damals entstanden und deren spätere Entwicklung in dieser Zeit durch Werners Inspiration grundgelegt wurde. Mit Raphael Preuschl, eine der größten Bereicherungen der österreichischen Bass-Szene und dem "young lion" Herbert Pirker am Schlagzeug wird diese Erinnerung an Werner Pirchner, in beinahe klassischer Gitarrentrio-Formation umgesetzt - wenn mein Instrument nicht e-bass heißen würde. (Robert Riegler) |