Das Geld war immer knapp bei den ehemaligen Alleinunterhaltern, die auch als Duo solche geblieben sind. Doch die zwei Freunde haben teilen gelernt. Das Leid, die Freude, das Wohnzimmer, ja sogar den Geburtstag..

Das Geld war immer knapp bei den ehemaligen Alleinunterhaltern, die auch als Duo solche geblieben sind. Doch die zwei Freunde haben teilen gelernt. Das Leid, die Freude, die Erfahrungen, das Wohnzimmer das auch als Probelokal dient, ja sogar der Geburtstag trifft auf den selben Tag. Und über ihnen thront die gemeinsame Ex Frau, und sorgt für Ruhe. Die Liebe zur Musik ist ihnen geblieben, wenn nun auch meist tonlos. Es scheint als wären die beiden Freunde im Jenseits angekommen - im Jenseits von Gut und Böse. Und das Schöne daran: Es ist dort Sau lustig.
Hermann Riffeser & Josef Holzknecht
Tonlos mit Band
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Der "grantige Engel" trifft auf den "Reinhard Mey" von Tirol
Interview mit Sabine Schletterer / Mein Bezirk
Sie sind Beide keine Unbekannten in Tirol und waren künstlerisch schon auf vielen Pfaden unterwegs, nun haben sie sich zu einem Kabarett-Duo zusammengeschlossen und spielen "Tonlos mit Band". MeinBezirk traf Joseph Holzknecht und Hermann Riffesser zum Gespräch.
Wie kam es zu der Idee, zusammen ein Kabarett zu machen?
JOSEPH: Bei meinem zweiten Kabarettprogramm wollte ich unbedingt einen Musiker dabei haben. Und mir wurde der "Reinhard Mey" von Tirol, mit bürgerlichem Namen "Hermann Riffeser", vermittelt - Ein Volltreffer.
HERMANN: Ich will schon seit langem Kabarett machen, hab aber nie den richtigen Aufhänger oder Partner gefunden, bis ich glücklicherweise den Joseph getroffen habe.
Zum Inhalt: Zwei Freunde teilen sich nicht nur den gleichen Geburtstag, sondern auch dasselbe Wohnzimmer und dieselbe Ex-Frau. Wie entstand diese Programm-Idee?
JOSEPH: Wir mussten eine Gemeinsamkeit finden, um einen Rahmen für den Abend zu schaffen - den roten Faden. Und wir waren dann selbst erstaunt, wie viele Gemeinsamkeiten wir aneinander entdeckt haben. Aber auch Gegensätze. Was eine Freundschaft eben so bunt macht.
HERMANN: Es hat gleich gefunkt und geflutscht, als ich den Joseph getroffen habe. Er hat mir seine Kabarett-Geschichte erzählt, und zu Josefs Textideen sind gleich Melodien dazugekommen und neue Strophen aufgetaucht und anderer Songs entstanden.
Sie sind als Schauspieler und Kabarettist bekannt. Hermann Riffeser vor allem als Musiker und als Ratz des Kinderduos RatzFatz. Was waren Ihre wichtigsten Engagements?
JOSEPH: Ich hab einige Male bei den Tiroler Volksschauspielen mitgewirkt. Unter anderem als grantiger Erzengel Michael in "Der Brandner Kaspar und das ewig Leben." Der grantige Engel ist mir geblieben. Beim Film waren es einige "Tatorte" in Kleinrollen. Diesen Winter kommt ein neuer Tirol Landkrimi, "Schnee von gestern." Da bin ein Kommissar kurz vor der Pensionierung, und für die Aufheiterung zuständig. Eine dankbare Aufgabe.
HERMANN: Als Mandolinespieler durfte ich zweimal bei den Salzburger Festspielen mitspielen. Mit RatzFatz hatten wir viele tolle Engagements u.A. bei den Kieler Wochen, am Landestheater, beim Bardentreffen in Nürnberg, Folkfestival Waidhofen, Glatt & Verkehrt…
Das Programm „Tonlos mit Band“ wird sicher nicht ohne Musik stattfinden, was erwartet das Publikum?
JOSEPH: Weiß man´s? Vielleicht sind wir frecher als der Anstand es erlaubt. Wir garantieren 1,30 Stunden Unterhaltung: schräg, mutig und letztlich versöhnlich. Wenn wir Glück haben, geht unsere gemeinsame Ex-Partnerin an diesem Abend zum Lachyoga. Dann können wir richtig Gas geben.
HERMANN: Ja da lassen wir dann den Ton „los“, dann geht’s ab.