treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

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das treibhaus, ansteckend wie es ist, hat schon wieder die höchststrafe ausgefaßt - es wurde ein betretungsverbot verhängt // bis wann? wer weiß. // damit nicht schon wieder jene auf der strecke bleiben, die zum vierten mal unschuldig ein berufsverbot bekommen haben, hat das treibhaus wiederum beschlossen, den prekären licht & tontechnikern die jobs für die wir sie engagiert haben, auch zu bezahlen. und den musikern einen gutteil der vereinbarten gage. quasi lohnfortzahlung im lockdownfall - egal welche hilfeleistungen wir bekommen. // wir vertrauen auf die solidarität unseres publikums. bleibt uns gewogen und helft mit, damits nach dem winterschlaf ein frohes erwachen geben kann - SPENDENKONTO * IBAN: AT 752050303352791960 *

LE TRiO JOUBRAN: THE LONG MARCH. PALÄSTINA.IM TURM / RESTKARTEN AB 19UHR

LE TRIO JOUBRAN: THE LONG MARCH

SAMIR JOUBRAN Oud
WISSAM JOUBRAN Oud
ADNAN JOUBRAN Oud

GUESTS:

VALENTIN MUSSOU Violoncello
YOUSSEF HBEISCH Percussion
HABIB MEFTAH BOUSHEHRI Percussion

Drei Brüder, drei Ouds. Samir, Wissam und Adnan Joubran bereisen als Trio mit einer Mischung aus traditionellen Maqams, spanisch-arabischer Musik und vom Jazz inspirierten Improvisationen seit Jahren die Welt. Auf der Bühne und im Studio kommen ihre Instrumente zusammen wie drei Solisten, die eine einzige Stimme bilden. Die Oud, die arabische Laute, gilt als “Fürstin der Musikinstrumente” und ist die Stimme ihrer Seelen geworden.
Die Brüder stammen aus einer musikalischen Familie, Wissam führt den Instrumentenbau seines Vaters in nun vierter Generation fort. Zusammen sind sie das erste Trio aus Oud-Spielern. “Das war eine große kulturelle Herausforderung”, so Adnan. “In Palästina ist das Leiden mit Händen zu greifen. Hier zu musizieren bedeutet auch, ein wenig Freude zu bringen.” Seit 2002 ist ihr Ruf stetig gewachsen: Von den ersten Proben im elterlichen Wohnzimmer in Palästina bis ins Pariser Olympia ist es dem Trio Joubran gelungen, mit seiner palästinensischen Identität zu glänzen und den Zauber der arabischen Musik zum Leben zu erwecken. Samir, Meister der klassischen arabischen Musik, Adnan mit seiner Vorliebe für Flamenco und Jazz sowie Wissam mit seinem Faible für indische Musik bilden “eine Balance, die die Identität des Trios ausmacht, geprägt durch die Offenheit für alles, was uns umgibt” (Adnan Joubran).

In ihren Kompositionen trägt jeder seinen Teil bei, ohne die anderen beiden jemals zu überschatten. Für sie hat die Musik nur als Trio einen Sinn. Beim Trio Joubran weicht die Virtuosität nicht der Demonstration. Für diese aus Nazareth stammenden Geigenbauer geht es um die Fortführung einer Tradition. Eine Tradition, die sie auch durch ihre Innovation auf der Oud, diesem Soloinstrument, das sie als Ensemble so wunderbar vereinen, zutiefst erneuert haben. Auch ihr sechstes Album »The Long March« handelt von der Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Der 2008 verstorbene palästinensische Dichter Mahmud Darwish leiht seinen Gedichten als Zuspielung seine immens eindrucksvolle Stimme, die von rauher Schönheit ist.

Dem Trio Joubran zuzuhören bedeutet, in die Seele eines Volkes einzutauchen. Ägypten hatte Oum Kalthoum. Der Libanon hat Fayrouz. Palästina hat jetzt das Trio Joubran.

Presse

“Heiligen drei Könige der Oud”
– Libération

“Das Trio Joubran ist eine Ausnahmeerscheinung. Und das nicht nur, weil es aus drei Brüdern besteht. Sondern auch, weil es sich aus drei Virtuosen an der Laute zusammensetzt. Bislang war die arabische Oud nämlich vor allem als Solo-Instrument bekannt. Das Trio aus Nazareth beherrscht die Kunst des Oud-Spiels in all ihren Facetten.”
– Deutsche Welle

“Nicht selten wehte der Geist der legendären ‘Friday night at San Francisco’-Scheibe über dem Konzertauftritt des Trio Joubran. […] Die drei palästinensischen Brüder spielten zwar nicht wie Di Meola, McLaughlin und De Lucia die Gitarre, sondern den Oud, aber die Motive und Phrasen flogen mit ganz ähnlicher Wirkung, explosiv und hochvirtuos zwischen den Instrumenten hin und her. Rasante Solo-Läufe, so wie die Spielchen, die man von Meola & Co. noch im Ohr hat: Das Dialogisieren und gegenseitige Zuwerfen hochtouriger Phrasen, wirbelnder Staccatoläufe, die in rasante Unisoni und spektakulär krachende Akkorde einmünden. Solche furiosen Klanggewitter, wie sie das Brüder-Trio hier intonierte, hat der Oud in seiner 4.800 Jahre alten Geschichte sicher noch nicht erlebt.”
– Rhein-Neckar-Zeitung

Drei Brüder spielen die Oud, eine traditionelle arabische Laute, die in ihrer Heimat als „Fürstin der Musikinstrumente“ geehrt wird. Die Klänge der drei Soloinstrumente verschmelzen zu einer gemeinsamen Stimme, die das musikalische Erbe mit der Gegenwart versöhnt und mit einer Mischung aus traditionellen Maqams, spanisch-arabischer Musik und vom Jazz inspirierten Improvisationen gleichzeitig poetisch in die Zukunft schaut. Le Trio Joubran – das sind die Brüder Samir, Wissam und Adnan. Ihr Weg führte die drei Musiker aus Nazareth seit 2002 auf große internationale Bühnen wie die Carnegie Hall New York oder das Olympia in Paris. Mit ihrer jüngsten Platte „The Long March“ landeten sie einen weiteren großen Erfolg. Damit unterstreicht das improvisationsfreudige Trio seine Klasse, die musikalische Tradition ihrer Heimat mit Kreativität und Mut zur Erneuerung ins frühe 21. Jahrhundert zu transportieren. Le Trio Joubran hat sich eine besondere Stellung als musikalisches Aushängeschild Palästinas erspielt. Ägypten hat Oum Kalthoum, der Libanon hat Fayrouz. Und Palästina hat Le Trio Joubran

LE TRIO JOUBRAN _ FESTE FAMILIENBANDE

Bei den Joubrans sorgen feste Familienbande und die Verankerung in der eigenen Kultur dafür, dass die Resultate des gemeinsamen Musizierens niemals ins Beliebige abrutschen. »Wir lebten früher im gleichen Haus, reisten zusammen, aßen das Gleiche, hörten den gleichen Lärm, sahen die gleiche Welt – natürlich können wir in der Persönlichkeit des anderen lesen. Auch bei der musikalischen Fortbildung gingen wir anfangs ähnliche Wege. So entwickelten wir ein großes Verständnis füreinander, Instinktsicherheit und ein Gefühl für unseren Herzschlag«, erzählt Adnan. »Heute ist unsere Beziehung genug gefestigt, dass wir in verschiedenen Städten leben können, unsere eigenen Familien haben und uns doch auf Anhieb verstehen, wenn wir zu Konzerten oder im Aufnahmestudio zusammenkommen.«

»In Palästina ist das Leid mit Händen zu greifen. Hier zu musizieren bedeutet auch, ein wenig Freude zu bringen«

Formuliert wird diese Botschaft von der Poesie des palästinensischen Dichters Mahmud Darwisch (1941–2008), der die Titel der Kompositionen zitathaft entnommen wurden. Laut Adnan wollte Darwisch mit seinen Gedichten »dieser Welt der Industrie und der Macht sagen, dass wir Menschen sind und unsere Menschlichkeit bestehen bleiben sollte«. Eines der Stücke etwa, »Carry the Earth«, ist vier Kindern gewidmet, die bei einem Fußballspiel am Gaza-Strand von israelischen Streitkräften erschossen wurden. Die Klangwelt von »The Long March« ist ebenfalls eher elegisch und verhalten, aber doch nicht düster oder trostlos: »In Palästina ist das Leiden mit Händen zu greifen. Hier zu musizieren bedeutet auch, ein wenig Freude zu bringen.«

Auf die Frage, ob das Trio als international bekannte Gruppe auch politischen Einfluss habe, entgegnet Adnan: »Wir gehören keiner politischen Partei oder Position an. Die Situation in Palästina ist eine menschliche Katastrophe. Und wir sind die Stimme dieser Katastrophe – lauter als die Stimme jener, die dort ungehört schreien. Es liegt an denen, die sich unsere Geschichten anhören, Position zu beziehen oder Maßnahmen zu ergreifen … und wir hoffen, dass es menschliche Positionen und Maßnahmen sein werden.«
Text: Marcus A. Woelfle, Elbphilharmonie Magazin

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