treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

ENDLiCH ::: DER TREIBHAUS*HERBST*PASS 2026 IST DA !

der Treibhaus Herbst-Paß: gültig vom 23.9. bis 24.12.2026 für (fast) alle Konzerte. Das Hausmittel gegen Herbstmelancholie & Winterdepression gibts ab sofort - hier im Netz. Oder im Treibhaus gegen Bares an der Bar

ERWIN STEINHAUER LIEST SEPP SCHLUiFERER & DIE HAIDER-EI SPIELT W. PIRCHNER

SEPP SCHLUIFERER: FERN VON EUROPA. TIROL OHNE MASKE

im Jahr 1909 löste ein Buch einen ungeheuren Skandal aus: „Fern von Europa“ erschütterte die kulturellen, religiösen und ethnischen Fundamente des Tiroler Patriotismus. Der Autor, der unter dem Pseudonym Sepp Schluiferer publiziert hatte, musste aus Tirol fliehen, als seine Identität ans Licht kam. Mit dem „gehässigen Heimtücker“ wurde kurzer Prozess gemacht: Das Unterrichtsministerium versetzte den Gymnasiallehrer nach Mähren, während das Buch aus den Buchhandlungen verschwand und nur unter der Hand kursierte. Ab 1921 erschien es – um zwei Kapitel ergänzt – unter dem Titel „Tirol ohne Maske“.

Wo wir daher hinblicken, sei es Alltagsleben, Kunst oder Nationalsport – der Tarrola zeigt in allem eine sehr ausgebildete Eigenart. Seine hohen Berge, die ihn wie ein schützender Wall umgeben, werden ihm jederzeit behilflich sein, sein Wesen vor dem verderblichen Einflusse Europas zu bewahren. 
Den Schluiferer kennt in Tirol wohl jeder – die bitterböse und zugleich umwerfend komische Satire über das Land „Tarrol“ und seine Bewohner sorgte bei ihrem Erscheinen 1909 für einen echten Skandal: Der Autor Carl Techet, der sich hinter dem Pseudonym „Sepp Schluiferer“ verbarg, galt als „Staatsfeind Nr. 1“, die Tiroler beschimpften ihn als den „neuen Judas von Anno neun“ und riefen zur Lynchjustiz auf. 
113 Jahre später ist Techets „gar lustiges Büchlein über Tirol“ zum echten Klassiker geworden: mit viel Augenzwinkern sorgt der Schluiferer für erheiternde Einblicke in die Seele der Tiroler und ihre seltsamen Sitten und Gebräuche – und hat dabei nach wie vor nichts von seiner satirischen Schärfe eingebüßt.

Erwin Steinhauer liest diese "kurzen Geschichten aus finsteren Breiten",
Juliana und Siggi Haider vergolden den Abend mit Kompositionen von Werner Pirchner!

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