Leokadia Justman schrieb 1944 im Innsbrucker Polizeigefängnis & nach ihrem Ausbruch bis zum Kriegsende 15 Gedichte in deutscher Sprache: in dieser musikalischen Lesung werden sie erstmals öffentlich vorgetragen

Stimme: Jasmin Mairhofer
Saxophon: Juliana Haider
Akkordeon: Siggi Haider
Moderation: Johannes Kaup
Leokadia Justman schrieb 1944 im Innsbrucker Polizeigefängnis und nach ihrem Ausbruch bis zum Kriegsende fünfzehn Gedichte in deutscher Sprache. Sie sprechen über die Sehnsucht nach Freiheit, die Trauer um die ermordeten Eltern und Hoffnung auf eine neue Friedenszeit in Europa. Nach acht Jahrzehnten entdeckt, werden die Gedichte in dieser musikalischen Lesung erstmals öffentlich vorgetragen.
Zu Gast: Leokadias Sohn Jeffrey Wisnicki
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Wenn du einst zurückblickst,
erinnere dich an die graue, öde Nachkriegszeit,
an die seelische Lethargie,
und gedenke jener Worte,
dass der Glaube an das Leben die größte Kraft ist,
die selbst in Augenblicken von Niederlagen und Scheitern
Halt geben und zur Summe dessen werden kann,
was wir gemeinhin als „Glück“ bezeichnen.
L. Justman
Innsbruck, 26. November 1945