treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

ISFAR SARABSKI – PIANO WUNDER // FERNWEH: ASERBAIDSCHAN

Der in seiner Heimat Aserbaidschan ebenso wie von Quincy Jones gefeierte Pianist Isfar Sarabski ist überall eine Sensation, sowohl für seine Virtuosität als auch für seine ständige Suche nach neuen musikalischen Erfahrungen. Im Jahr 2009, im Alter von 19 Jahren, gewann er den Klavierwettbewerb des Montreux Jazz Festivals mit seiner brillanten Interpretation der Kompositionen von Bill Evans. Der junge Mann in den Dreißigern ist ein großer Gefühlsmensch und arbeitet gerne mit der elektronischen Szene seines Landes zusammen, aber es ist der Jazz, dem er nun seinen Arbeitsplaneten widmet. 

Während seines Stipendiums am Berklee College of Music in Boston, beeindruckte er Kommilitonen und Lehrer gleichermaßen mit seinem neugierig-aufgeschlossenen Mäandern zwischen Jazz-Impressionismus, Folklore-Tradition seiner Heimat und dem Erforschen von elektronischen Klangwelten. Die Fährte, der Sarabski seit über zwei Dekaden folgt, wurde in seiner Kindheit gelegt. Seine Mutter ist Geigen-Lehrerin, sein Vater ein großer Musikkenner, der neben Jazz, Rock, Soul und Funk, auch Bach, Brahms und Beethoven schätzt. Und sein Urgroßvater Huseyngulu Sarabski wurde im Orient als Musikpionier, Opernsänger, Musiker, Schauspieler und Bühnenautor verehrt. Musik ist fraglos ein wichtiger Bestandteil in Isfar Sarabskis Genen. „Die Vinyl-Platten meines Vaters waren buchstäblich mein Spielzeug“, erinnert er sich. „Ich war fasziniert von der Mechanik des Plattenspielers, von den großen schwarzen Scheiben, und natürlich von der Welt der Töne, Harmonien und Rhythmen, die sich darin offenbarten. Ich erinnere mich genau an die Gefühle, die mein erstes Wahrnehmen von Dizzy Gillespie-Platten, oder auch von Einspielungen der Werke Bachs und Chopins bei mir auslösten. Wie konnte es sein, dass Musik Bilder in meinem Kopf entstehen lassen konnte? Ich musste es herausfinden.“
Gedacht, getan. Den ersten pianistischen Gehversuchen mit vier Jahren an einem einfachen Casio-Keyboard, folgte das eigene Piano, die Aufnahme in eine Musikschule in Baku, das Lernen der traditionellen Mugam-Improvisationssprache seines Landes, und das Entdecken der Katalogalben von Herbie Hancock, Miles Davis und Bill Evans. 1989 in Baku geboren, im Jahr des Falls der Berliner Mauer, war es für Sarabski gar nicht leicht, an die Platten der amerikanischen Jazz-Größen zu kommen, die sich nicht in der elterlichen Plattensammlung befanden. Das langsame Öffnen der ehemaligen Sowjetunion bedeutete letztendlich aber größere Zugänglichkeit westlicher Musik in Aserbaidschan. Mitte der ersten Dekade dieses Jahrhunderts hatte Isfar seine eigene musikalische Sprache gefunden. Orientalische Skalen harmonieren darin mit Mugam, druckvoller Rhythmik und einem satten Fundament von Jazz- und Klassik-Akkorden.

Isfar Sarabski, piano
Bahruz Zeynal, tar
Makar Novikov, bass
Sasha Mashin, drums

PRESSESTIMMEN

„Anspruchsvoll und mitreißend zugleich: Pianist Isfar Sarabski. […] Seither hat er sich zu einer Art eurasischem Brad Mehldau entwickelt – ein Pianist, der bei seinen Auftritten offene Münder und vor Begeisterung tosende Zuschauer hinterlässt. Sarabski vermag es, mit Leichtigkeit Tschaikowsky und Coltrane zu zitieren, um dann nahtlos in einen mächtigen Blues zu verfallen. […] Isfar Sarabski spielt mit der Power von GoGo Penguin und der klassischen Virtuosität eines Lang Lang.“  NDR

„Sarabski […] ist ein Pianist, der in den sanften Passagen die Tastatur geradezu streichelt, wenn er jedoch aufdreht, wird sein Anschlag knallhart und das Tempo atemberaubend. […] Folkloristisch werden die Stücke von Sarabski immer dann, wenn Bahruz Zeynal sich mit seiner Tar zu dem Trio gesellt. Der Lautenspieler macht die Songs geradezu magisch.“ Hamburger Abendblatt

“Seine Auftritte sorgen seit einiger Zeit für Aufsehen, unter anderem gewann er den Solo-Piano-Award beim Montreux Jazz Festival. Dieses Album [Planet] zeigt, warum.” BBC Music Magazine

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