treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

DER TREIBHAUS*KONZERT*PASS SOMMER '26 - UM 44€30 - EINE REISE UM DiE WELT

den Treibhaus*Sommer*Paß - gültig ab 4.5. bis 23.9.'26 - als hausmittel gegen fernweh & fast-frei-fahr-schein für eine musikalische weltreise gibts hier im inter-netz. oder im treibhaus - gegen bares - an der bar.

RABIH ABOU KHALIL – DER OUD VIRTUOSE AUS DEM LIBANON

Rabih Abou-Khalil hat sich als Komponist und Instrumentalist längst einen gewichtigen Namen gemacht. Und nicht etwa nur, weil er seiner Zeit weit voraus wäre – vielmehr weil er so manches in Frage stellt, was andere ohne weiteres Nachdenken übernehmen. Er hat mit seiner originellen, rhythmisch komplex geprägten Kompositionstechnik, die sich keinen hergebrachten Regeln unterwirft (auch nicht den arabischen), eine eigene Klangsprache geschaffen, die fremd und doch zugleich seltsam vertraut klingt.

Rabih Abou-Khalil ist ein Grenzgänger zwischen den Welten der von traditioneller arabischer Musik und europäischer Klassik bis hin zum offenen Jazz. Gleich einem Wanderer zwischen den Kulturen verbindet der im Libanon geborene und nach langem Aufenthalt in Deutschland mittlerweile in Frankreich lebende Oud-Virtuose und Komponist, arabische, europäische und amerikanische Musik zu einer hochintelligenten Melange, fernab jeglicher Worldmusic-Moden. Unvoreingenommen, mit wachem Geist, hoher spielerischer und kompositorischer Kompetenz und einer guten Portion Humor gelingt es ihm auf außergewöhnliche Weise, die oftmals konträren Welten miteinander zu verschmelzen. So scharte er auch große Namen aus der Welt des Jazz wie Charlie Mariano, Kenny Wheeler oder Joachim Kühn um sich, aber auch Klassiker: das Ensemble Modern, das Balanescu Quartett, das Kronos Quartett oder das BBC Symphony Orchestra. Seine Arbeit ist so erfolgreich, dass ihm in einem Jahr gleich fünfmal der Jazz Award verliehen wurde; 2002 erhielt er eine Ehrenurkunde zum Preis der deutschen Schallplattenkritik für sein Gesamtwerk.
Seine komplexen Kompositionen vereinen arabische Metren und Tonskalen wie auch ausgeprägte Improvisationen. Das Ergebnis ist eine frische Musik, faszinierend komplex, mitreißend virtuos, hochsinnlich.


Aufgewachsen im kosmopolitischen Klima der sechziger und siebziger Jahre in Beirut, lernte Rabih Abou-Khalil schon im Alter von vier Jahren das Oud, die arabische Kurzhalslaute, zu spielen. In der arabischen Welt ist dieses Instrument so populär wie im Westen Gitarre und Klavier zusammen. Der libanesische Bürgerkrieg zwang ihn 1978, sein Land zu verlassen. An der Musikhochschule in München studierte er klassische Musik bei Professor Walther Theurer, der Abou-Khalil die westlich-musikalische Denkweise näherzubringen wusste, was es ihm wiederum erleichterte, einen direkten Weg der Kommunikation mit seinen westlichen Mitmusikern zu finden. Die analytische Beschäftigung mit der europäischen Musik und sein Interesse an den Musikkulturen ermöglichten es ihm nun, auch die arabische Musik aus einer zusätzlichen theoretischen Sicht heraus zu begreifen und eröffnete ihm die Perspektive, in musikalisch voneinander abweichenden Koordinatensystemen operieren zu können. Seine einmaligen Kompositionen, immer mit herausragenden Musikern realisiert, stellen sicher alles in den Schatten, was bisher an musikalischen Fusionen versucht wurde.

Unwillig, künstlerische Kompromisse einzugehen, entschied sich Abou-Khalil schon früh dafür, seine Musik selbst zu produzieren und zu veröffentlichen. Er hat stets dem Gesamtgeschehen auf der ganzen Linie seine persönliche Handschrift verliehen. Von der Regie, dem Design der Hülle bis hin zum Gesamtklang: immer war er an jedem Entstehungsschritt persönlich beteiligt. Dies hat sich bis heute nicht geändert und blieb ein zentraler Punkt in seiner langjährigen Zusammenarbeit mit der Plattenfirma “ENJA”.

1982 nahm Abou-Khalil seine erste Schallplatte “Compositions and Improvisations” auf, die von der Presse begeistert aufgenommen wurde. Zwei Jahre später erschien “Bitter Harvest” und nach weiteren zwei Jahren die CD “Between Dusk and Dawn”, mit der ersten international besetzten Gruppe (Charlie Mariano, Glen Moore, Glen Velez, Ramesh Shotham u.a.), die Abou-Khalils rhythmisch-melodischen Kompositionsstil festigte. Es folgten mehrere Aufnahmen wie die preisgekrönte Platte „Blue Camel“ mit renommierten Jazzmusikern (Sonny Fortune, Steve Swallow, Kenny Wheeler) oder mit großartigen traditionellen arabischen Musikern.

Abou-Khalils Musik lebt von der kreativen Begegnung und nicht von der Exotik. Aus ganz verschiedenen Kulturelementen entsteht hier etwas Eigenes und in sich Schlüssiges, keine Chimäre, kein Wolpertinger – halb Hase, halb Ente – sondern etwas wirklich Lebendiges und Schönes , wie ein „Blaues Kamel’.

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