Das Quintett aus Lomé, Togo erzählt mit Voodoo-Rhythmen, kraftvollen Gesängen & upcycling Instrumenten vom Leben togolesischer Frauen: inspiriert von "Nana Benz", den legendären Stoffhändlerinnen der 50er-Jahre

Eine Gruppe togolesischer Frauen erlangte ab den 1980er Jahren unter dem Namen «Nana-Benz» («Die Mütter mit dem Benz») grosse Bekanntheit. Als Händlerinnen von bedruckten Textilien waren sie so erfolgreich, dass sie ihr Land zu einem Zentrum des Textilhandels in Westafrika machten. Mit dem Kauf von Luxusfahrzeugen, vor allem der Marke Mercedes-Benz, symbolisierten sie den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Status, den sie durch diesen Erfolg erlangt hatten. Sie gelten als die ersten Millionärinnen auf dem afrikanischen Kontinent. Bis heute werden die Fahrzeuge von Müttern an ihre Töchter weitervererbt.
Die Band spielt Musik, die wie geschaffen für die Tanzfläche ist und Voodoo-Tradition mit Soul verbindet. Sie sind zu fünft, wie die Finger einer Hand. Eine Hand, die bereit ist, eine Faust zu ballen und kraftvoll zuzuschlagen – oder die Erde sanft mit Groove und Anmut zu streicheln. Nana Benz du Togo erzeugt einen organischen Sound, der von Subbässen durchdrungen ist und mit komplexen Polyrhythmen unterlegt wird. So schafft sie eine hypnotische Grundlage für die Stimmen dreier mitreissendee Electro-Soul-Predigerinnen. Die feministischen und ökologischen Themen, gesungen im Einklang mit den Skalen der togolesischen Voodoo-Tradition, stehen nach wie vor im Mittelpunkt der Botschaft der Band. Ausgestattet mit nichts weiter als ihren Stimmen und einem Vintage-Korg-Keyboard zaubert dieses kraftvolle Ensemble einen Sound, der zugleich roh und transzendent ist. Ihre Live-Auftritte sind geradezu spirituell – eine Mischung aus der Energie der Vorfahren und modernem Feuer, die bereits Tausende auf europäischen Bühnen in Trance versetzt hat.
Lady Apoc: Gesang
Lyne: Gesang
Parus Kekeli: Gesang, Synthesizer
David Kasanku: Bass
Toto Tchilachi: Schlagzeug, Gesang
Nana Benz du Togo ist ein Musikprojekt aus Lomé, Togo, das feministische Botschaften mit „Digital Voodoo“ verbindet. Inspiriert von den legendären Stoffhändlerinnen der 1950er-Jahre (den „Nana Benz“), mischen sie Voodoo-Rhythmen mit elektronischen Klängen, DIY-Instrumenten und kraftvollem Gesang. Ihr Sound, geprägt von den Sängerinnen Lady Apoc, Izea Ledu und Parus Kekeli, feiert das Erbe der togoischen Unternehmerinnen.
Die sogenannten “Nana Benz” - Textilhändlerinnen verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie als erste Geschäftsfrauen in der Region genug Wohlstand erlangten, um sich Mercedes-Benz-Luxuswagen leisten zu können. „Nana“ bedeutet auf Ewe „Mutter“ oder „Großmutter“. Sie waren für ihren außergewöhnliche wirtschaftliche Stärke und ihren Einfluss bekannt.
Das Musikprojekt: Nana Benz du Togo. Ihr Sound ist ein einzigartiger „Digital Voodoo“, der traditionelle Gesänge mit urbanen Beats und elektronischen Klängen mit einer unverkennbaren Punk-Attitüde verschmelzen lässt. Dabei setzen sie konsequent auf Innovation durch Upcycling: Ihre markanten Instrumente – von PVC-Rohr-Bässen bis hin zu handgefertigten Trommeln – entstehen aus recycelten Materialien. In ihren Texten, die überwiegend in der Sprache Mina verfasst sind, widmet sich die Gruppe kraftvollen Themen wie dem Empowerment afrikanischer Frauen, Ökologie und Spiritualität. Mit ihrem Debütalbum Ago (2023) und bejubelten Auftritten, etwa bei den Transmusicales de Rennes, hat sich das Quintett fest in der internationalen Musikszene etabliert