treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

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das treibhaus, ansteckend wie es ist, hat schon wieder die höchststrafe ausgefaßt - es wurde ein betretungsverbot verhängt // bis wann? wer weiß. // damit nicht schon wieder jene auf der strecke bleiben, die zum vierten mal unschuldig ein berufsverbot bekommen haben, hat das treibhaus wiederum beschlossen, den prekären licht & tontechnikern die jobs für die wir sie engagiert haben, auch zu bezahlen. und den musikern einen gutteil der vereinbarten gage. quasi lohnfortzahlung im lockdownfall - egal welche hilfeleistungen wir bekommen. // wir vertrauen auf die solidarität unseres publikums. bleibt uns gewogen und helft mit, damits nach dem winterschlaf ein frohes erwachen geben kann - SPENDENKONTO * IBAN: AT 752050303352791960 *

NILS PETTER MOLVAER

Eine Trompeten-Musik, die das Eis der Pole und den glühenden Sand der Wüste einfangen kann, die genauso wogende Menschenmassen wie die totale Einsamkeit imaginiert, die sich verliert und doch immer wieder zu sich selbst zurückfindet. Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer hat einen ureigenen Sound, der ebenso von skandinavischer Naturpoesie, wie von elektronischem Kalkül und nicht zuletzt von Trompetern wie Miles Davis und Jon Hassell geprägt ist. Vor allem aber hat Molvaer sich selbst. Molvaers neues Album „Baboon Moon“ ist der selbstbewusste Neubeginn eines Musikers, der einen langen Weg hinter sich hat.

Der Prophet aus dem Norden. Aufgetaucht in den 90ern aus den unendlichen Weiten Norwegens, und gleichermaßen emporgeschossen in den Musik-Himmel der Elektroniker und Jazzer. Die Fachpresse überschlägt sich, die Sommer-Festivals zieren sich mit seinem Namen. Seit KHMER überschlagen sich die  Kritiker, verkhmerter Jazz erobert den Dancefloor zurück.
Seit seinem bahnbrechenden und atemberaubenden Album "Khmer" in den 90er Jahren entwickelt der norwegische Trompeter Nils Petter Molvæar konsequent weiter. In seiner Musik läßt er die Grenzen zwischen Jazz, Ambient, House, elektronischer Musik, Dub, Break Beats, HipHop, Rock und Pop verschwimmen, um Soundscapes von unglaublicher Intensität und Tiefe entstehen zu lassen. Mit der Musik einher geht immer auch die Inszenierung des Raumes mit Licht und Projektionsflächen.

Es gibt nur wenige Musiker, die es verstehen, so vorurteilsfrei und souverän mit den unterschiedlichsten musikalischen Stilelementen zu experimentieren, wie es der norwegische Trompeter, Komponist und Produzent Nils Petter Molvær tut. In seiner Musik läßt Molvær in einzigartiger Weise die Grenzen zwischen Jazz, Ambient, House, elektronischer Musik, Dub, Break Beats, HipHop, Rock und Pop verschwimmen, um Soundscapes von unglaublicher Intensität und Tiefe entstehen zu lassen.

Der 1960 auf der kleinen norwegischen Insel Sula geborene Nils Petter Molvær (kurz: NPM) wurde von seinem Vater, der selber Musiker ist, schon früh an den Jazz herangeführt. Erste Spielerfahrung sammelte er in Schülerbands und bei Auftritten in lokalen Clubs. 1979 verließ er Sula, um am Konservatorium in Trondheim, der prominentesten Brutstätte des norwegischen Jazznachwuchses, Musik zu studieren. Schon dort soll er seinen ganz persönlichen Stil entwickelt haben, der ihm bald den Ruf einbrachte, eines der hoffnungsvollsten jungen Talente der norwegischen Jazzszene zu sein.

Allerdings galt NPMs Interesse bereits damals nicht ausschließlich dem akustischen Jazz, sondern auch der zeitgenössischen Rock-, Pop- und Funkmusik. Zu den Künstlern, die ihn am meisten beeinflußt haben, gehören Miles Davis, Don Cherry, Billie Holiday, Brian Eno, Joni Mitchell und Bill Laswell. Seiner stilistischen Flexibilität und seinem musikalischen Einfühlungsvermögen hatte NPM es zu verdanken, daß er nach Beendigung seines Studiums in der Osloer Musikszene schnell zu einem der meistgefragten Sessionmusiker aufstieg.

Dann holte ihn der Bassist Arild Andersen in seine Band Masqualero, die zwischen 1985 und 1990 drei Alben für das Münchner Label ECM aufnahm. Als Begleiter von Sidsel Endresen, Jon Balke, Robyn Schulkowsky und Marilyn Mazur machte NPM in den folgenden Jahren weitere Einspielungen für ECM, die seine Vielseitigkeit unterstrichen. Als NPM dann 1997 bei ECM endlich sein Debütalbum "Khmer" veröffentlichte, sorgte dieses schon deshalb für erhebliche Furore, weil die Musik so gar nicht in das durch viele andere ECM-Aufnahmen geprägte Bild vom zeitgenössischen norwegischen Jazz paßte. Mit einer bis dahin noch nie gehörten Kombination aus freien Improvisationen und antreibenden, hypnotischen Beats betrat NPM allerdings nicht nur bei ECM musikalisches Neuland. NPM war auch der erste (und bis dato einzige) Künstler, von dem das ECM-Label Remixe (von The Herbaliser, Mental Overdrive und Rockers Hi-Fi) veröffentlichte. Für "Khmer" erhielt Molvær gleich den begehrten Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, und mit einem der Remixe etablierte er sich überraschend sogar an der Spitze der Deutschen Club Charts.

Mit "Solid Ether" konsolidierte NPM im Jahre 2000 den Erfolg seines Debütalbums. Seine Experimentierfreudigkeit und Progressivität bewies der Trompeter auch mit dem reinen Remix-Album "Recoloured", auf dem er 2001 die besten Remixe (u.a. von Funkstörung, Bill Laswell, Joakim Lone und Jason Swinscoe/Cinematic Orchestra) einiger Songs der beiden ersten Soloalben versammelte. Im Juli 2002 erschien dann sein vorerst letztes Studioalbum "NP3", auf dem der Trompeter zum Teil wesentlich härtere Töne und Beats anschlug als auf den Vorgängeralben. Danach wurden von NPM zwei Live-Mitschnitte veröffentlicht: 2002 die DVD "Molvær Live" und 2004 die CD "Streamer". Unter dem Titel "Remakes" (diesmal mit Bearbeitungen von u.a. Bugge Wesseltoft, Matthew Herbert, Clive-Lowe/Dego, Bill Laswell und Martin Koller) erschien Anfang 2005 außerdem noch ein zweites Remix-Album. Erst im Herbst 2005, etwas mehr als drei Jahre nach "NP3", brachte der Tromepter dann mit "ER" endlich ein neues Studioalbum heraus, auf dem neben ihm vor allem die Sängerinnen Sidsel Endresen und Elin Rosseland, Gitarrist Eivind Aarset sowie Pianist Magne Furuholmens (einst Mitglied der Pop-Band a-ha) neue Akzente setzten.

Nachdem Molværs Musik, die von jeher kinematographische Qualitäten besaß, seit der Veröffentlichung von "Khmer" immer wieder auch zur Untermalung von Filmen benutzt wurde, ging der Trompeter in den letzten Jahren auch verstärkt dazu über eigens Kompositionen für Filme zu schreiben. Den ersten Auftrag erhielt er 1999 von dem norwegischen Regisseur Stig Andersen für dessen Roald-Amundsen-Biopic "Frosset Hertje" (Englischer Titel: "Frozen Heart", 1999). 2005 schrieb Molvær die Musik für den dramatischen französischen Thriller "Edy" von Stéphan Guérin-Tillié und 2007 für den schwedisch-norwegischenen Film "Hoppet" (deutscher Verleihtitel: "Der große Sprung ins Glück") von Petter Næss. Einige der Tracks, die er für diese drei Filme schrieb, veröffentlichte Nils Petter Molvær im Frühjahr 2008 auf dem Album "Re-Vision".