treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

EASY STAR ALL-STARS

Nach PinkFloyd (Dub Side Of The Moon) & Radiohead (RadioDread) werden die Beatles reggaefiziert: Easy Star's Lonely Hearts Dub Band

Unter Leitung des Multiinstrumentalisten und Produzenten Michael Goldwasser hat sich das New Yorker Musiker-Kollektiv EASY STAR ALL-STARS der „Reggaefizierung“ klassischer Konzeptalben der Popgeschichte verschrieben. Brillant instrumentiert und mit Respekt vor dem Original werden die unsterblichen Hits von PINK FLOYD (Dub Side Of The Moon, 2003), RADIOHEAD (Radiodread, 2006) und den BEATLES (Easy Star's Lonely Hearts Dub Band, 2009) in jamaikanische Klangwelten transferiert. Die hochkarätig besetzte Band macht sich die Songs auf originelle Art und Weise zueigen und schafft es genreübergreifend - und vor allem live - Kritiker, Rock- und Dub-Reggae-Fans gleichermaßen zu begeistern.

Über Easy Star All-Stars
Wer sich an die Beatles wagt und dann auch noch das Album der Beatles covert, der muss verrückt sein. Na ja, dann sind sie halt verrückt, die Easy Star All-Stars: Dafür haben sie die amtliche Reggae-Version von "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" eingespielt, genau wie sie vorher mit "Dub Side Of The Moon" (fünf Jahre in den Billboard Reggae Charts!) bewiesen haben, dass man auch zu Pink Floyd grooven kann und mit "Radiodread" natürlich Radiohead auf ein Riddim-Fundament gestellt haben (die originale Band hat es geliebt!).

Ein wahnsinniges und wahnsinnig cooles Projekt, das die Easy Star All-Stars auf die Beine gestellt haben. Die unzähligen Mitglieder, Mitmusiker und Mitstreiter der Band lesen sich wie das Who is Who der New Yorker Reggae-, Ska-, Dub- und Jazz-Szene. Und nachdem sie schon überall gespielt haben, von den kleinen Clubs bis in die großen Hallen und auf der Hochzeit der Tochter des Bürgermeisters von New York, geht es jetzt auf Welttournee. Und was bisher noch als unmöglich zu gelten hatte, schaffen die Easy Star All-Stars spielend: Reggae-Fans, Classic-Rock-Fans, Dub-Fans und Indie-Rock-Fans gemeinsam vor der Bühne zum Tanzen zu bringen. Das ist so unglaublich, wie es sich anhört, dafür hört sich die Musik unglaublich an - vor allem live. Denn diesen Groove, mit dem die All-Stars die Beatles (und die anderen) in Dub übersetzt haben, dürfte sogar die Fab Four aus Liverpool überzeugen.

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PRESSE

„Lonely Hearts Dub Band übersetzt den LSD-Rausch der Fab Four in Kiffermusik. Ein nettes, liebevoll gemachtes Kuriosum.“
Falter (AT)

„Es gab wohl in letzter Zeit kaum ein Album auf dem eine solche Vielfalt an Reggae Größen verschiedenster Generationen auf einem solch hohen Niveau vertreten waren.“
Reggae Town (DE)

„New York’s finest reggae musicians did more than prove everyone wrong with two dub reggae albums that smashed the Billboard chart, maintaining a delicate balancing act by making albums that rock fans embrace, without alienating the hardcore reggae audience." – London Daily News (UK)

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EASY STAR ALL-STARS
"Dub Side Of The Moon"
Im Hause Easy Star in New York ist in dreijähriger Arbeitszeit ein Album entstanden, das seinesgleichen sucht. In liebevoller Arbeit wurde das PINK FLOYD-Meisterwerk und Konzeptalbum "The Dark Side Of The Moon" neu eingespielt und in die Sprache der Riddims jamaikanischer Reggae-Musik übersetzt. Das Ergebnis ist so großartig wie verblüffend.
Die Idee zu diesem Album empfing Labelchef LEM OPPENHEIMER während eines Spaziergangs durch downtown New York 1999 selbst. In den Liner-Notes zum Album beschreibt er ausführlich die Bedeutung und Faszination von "The Dark Side Of The Moon", die das Werk in seiner Jugendzeit auf ihn ausübte, wie auch die gedankliche und ausführende Entstehung des Werks, das drei Jahre Produktionszeit umfasste und zu jeder Zeit der Einspielung mit dem oben genannten Label-Statement zur Einführung korrespondierte.
Der US-Veröffentlichungstermin von "Dub Side Of The Moon" wurde zum 30-jährigen Jubiläum des Originals im Februar 1973 festgelegt; drei Monate später erschien das Werk erstmals in Deutschland. Inzwischen wurde es auf Hot Record neu aufgelegt - ein willkommener Anlass, es an dieser Stelle als Dub-Aroma des Sommers zu präsentieren.
Es braucht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie ein solch vielschichtiges Konzeptalbum, ein Klassiker der Moderne, dazu noch eine von seiner philosophischen Gestaltung her linksliberale heilige Kuh der westlichen Welt, handwerklich eine Übersetzung in jamaikanische Musikalität und Lebensart erfahren kann. Entsprechend übertrifft das Album alle Erwartungen.
Eingeläutet wird "Dub Side Of The Moon" gleich passend mit rituellem Nyabinghi-Drumming, das in das langsam wachsende Opening 'speak to me' zu 'breathe in the air' integriert ist. Vorgetragen von SLUGGY RANKS auf Reggaebasis in Reinkultur nimmt 'breathe in the air' den Zuhörer gleich mit in eine heitere Reggae-Grundstimmung. Der Text - der vom menschlichen Absturz durch Machtallüren und Selbstgerechtigkeit handelt - wurde leicht gekürzt und dadurch manifestiver. 'On the run' wurde passend einer Drum´n Bass-Kur zugeführt und bleibt eng am Original. Statt unzählig klingelnder Uhren wird 'time' mit einem Hahnenschrei eröffnet, passend zum karibischen, nicht rund um die Uhr verpflichteten Zeitgefühl. Anfangs prächtig von vokalistischen Dancehall-Manierismen aufgelockert, findet der Track letztlich doch durch den moralisch-strengen Zwischenpart gen Ende zum Original zurück. KIRSTY ROCK gestaltet stimmlich ausgezeichnet 'the great gig in the sky', eine besonders brillante Leistung, wie dieser Tune fast selbstverständlich in den Reggae übertragen wurde.
Heiterkeit kommt auf, wenn 'money' nicht durch klingende Kassen und Münzen eingeläutet wird, sondern durch Blubbergeräusche großräumig wirkender Inhaliergeräte, wie sie beispielsweise zur Einatmung des Drogenwirkstoffs THC benutzt werden. Ein Kick zum veränderten Wert- und Zeitbewusstsein unter sanften Drogen, ein weiterer zur stetigen Nichtvorhandenheit von Geld in Riddim-Communities und der dritten Welt. Bei diesem karibisch unbekanntem 'take five'-Rhythmus halten sich die Riddims freilich im Hintergrund, für die Wirkungskraft wird ein kraftvoll sich streckender Dancehall-Part eingefügt. Prima!
Die letzten Zweifel am Gelingen des Werks verschwinden mit dem Vortrag von 'us and them' durch FRANKIE PAUL. Auf genussvollen Riddims tunt Paul den Song - im Original in Gestus und Stil eines verwirrten Kriegsveterans vorgetragenen - zu einem vortrefflichen Antikriegs-Reggaetune um.
'Any colour you like' wird zur fulminanten Dubplate, 'brain damage' und 'eclipse' - die Ausklangtracks als Synthese der Verwirrung und Entfremdung des Menschen von sich selbst durch Krieg und brutalen Kapitalismus, mit ihrem psychedelischen Timbre sind schließlich Fingerübungen kunstreicher Übersetzung: Auf diese Weise würde kein Reggae-Musiker Songs schreiben.
Vier Bonustracks sind Zeugnis, wie sich das Werk anhörte, wenn man es konsequent zu einem Dub-Album gestaltet hätte. 'Great dub in the sky' ist ein köstlicher Geniestreich, 'time version' nicht minder. Die beiden letzten sind Versionen von 'any colour you like' mit stimmlicher Unterstützung von RANKING JOE.
"Dub Side Of The Moon" ist eine fulminante musikalische Demonstration der Vielseitigkeit von Reggae-Musikern. Auch in den schwieriger in den Reggaekosmos zu transformierenden Passagen ist dem Album keine Angestrengtheit oder Bemühtheit anzumerken, sondern brilliert mit souveränen Ideen und Lösungen. Absolute Empfehlung!

Das Original "The Dark Side Of The Moon"
Für PINK FLOYD war das 1973 erschienene Album "The Dark Side Of The Moon" ein musikalischer Bruch mit ihrer psychedelisch-experimentellen Seite, die zwei Jahre zuvor noch im Endlos-Trip 'echoes' gipfelte. Ein experimentelles Album wurde es dennoch: ein zauberhaftes Werk voller damals verblüffender Sounds, Ideen, Songstrukturen und Kritik an modernen Lebenshaltungen und Lifestyles (Selbstentfremdung des Menschen, die kriegerische Ambition des Kapitalismus, die im Extremfall zu Problemverdrängung und Schizophrenie führt). Zwei Singles, 'money' und 'time', trugen Melancholie und Nachdenklichkeit in die damals von beschwingter Fröhlichkeit wie kraftvollen Rocknummern bestimmten internationalen Charts.
Trotz seiner anspruchsvollen Themen, seiner musikalischen Gestaltung und seiner Düsterkeit wurde das Album zum größten Longseller aller Zeiten - durch seine Wiederveröffentlichung auf CD überschritt es 1988 die 700-ste Woche seiner Führung in den US-Billboard-Charts - angesichts heutiger Verkaufs-Halbwertzeiten ein geradezu unvorstellbares Phänomen. Dazu trug mit Sicherheit die facettenreiche Stilvielfalt wie auch ein hauchzart das Album durchwirkender Souleinfluss - den es so bei PINK FLOYD davor wie danach nicht mehr gab - bei.
Berhard Groha