treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

E.S.T.

geboren 16. April 1964  - allzufrüh verstorben am 14. Juni 2008 in Stockholm bei einem Tauchunfall bei Stockholm

Seine Musik ist hinreißend - emotional, romantisch, anspruchsvoll, und doch so unmittelbar und nah, so schlicht.
Das Klaviertrio gilt im Jazz als die Königsdisziplin. Seit Bill Evans mit Scott LaFaro und Paul Motian in den späten 50er Jahren in dieses monarchische Gebilde ein hohes Maß an Gleichberechtigung einführte, galt die Intensität und Struktur des Triospiels als nicht mehr steigerbar. Keith Jarrett belehrte uns mit seinem Standards-Trio in den 80er Jahren eines Besseren. Als der Schwede Esbjörn Svensson mit seinen Mitstreitern Dan Berglund (b) und Magnus Öström (dr) ein gutes Jahrzehnt später die Bühne betrat, waren wir geneigt zu glauben, das Klaviertrio sei durchaus imstande, nun auch zur Königsdisziplin eines aufgeklärten Pop-Universums zu werden. Denn das Zusammenspiel dieser Drei, die einander seit Kindesbeinen kennen, speist sich auch aus musikalischen Einflüssen, die von gewöhnlichen Jazzhörern eher weiträumig umfahren werden. Aber weil der gewöhnliche Jazzhörer vielleicht im Aussterben begriffen ist oder sowieso immer nur eine Erfindung war, strömen die Leute in die Konzerte von E.S.T., als würde dort eine neue Lehre zur Erlangung der Seligkeit verkündet. Selten nur lässt der Jazz seine Hörer so tief und so nah an seiner Entstehung teilhaben wie bei E.S.T – seelisch, geistig und körperlich. Melodieverliebt kann man Svensson tatsächlich nur zu Füßen liege. Aus dem Wald bei Enskededalen bringt Esbjörn Svensson Ideen mit wie andere Menschen Pilze oder Heidelbeeren. Das Publikum  auf der ganzen Welt sehnt sich nach solch inspirierten Waldspaziergängen, die es so lange schon nicht mehr in dieser spröden Schönheit gegeben hat....

"Wenn er in Cargohose und Muskelshirt die Bühne betrat, wenn er sich zwischen den Nummern wie ein Tennisspieler Gesicht und Hände abtrocknete und ein paar Schluck aus seiner Flasche nahm, signalisierte er immer auch: Kinder, das hier ist Musik mit Bauchmuskeln. Rückhandvolleyjazz", ehrt ihn die Süddeutsche Zeitung.

Im britischen Guardian schreibt Phil Johnson: "Das, was Svensson im heutigen Jazz am meisten auszeichnete, war, dass er immer mit der gleichen Band Erfolg hatte. Und er war überaus glücklich darüber, dass sich Berglund und Oström ausgiebig Platz für ihre Soli nahmen."
Auf den mit 44 Jahren viel zu frühen Tod Esbjörn Svenssons, reagiert die Musikwelt mit tiefer Betroffenheit und Trauer. Ein Tauchunfall am 14. Juni, bei dem er tödlich verunglückt, sorgt für Fassungslosigkeit, denn Svensson galt als erfahrener Sporttaucher.
Zum Hergang der Ereignisse heißt es aus Schweden: "Klar ist, dass er auf Ingarö in einem Gruppentauchgang war, und der Dykledar (Gruppenführer) nach dem Auftauchen einen der Teilnehmer vermisste. Als klar war, dass es Esbjörn ist, kam zunächst keine Panik auf, nur etwas Sorge. Denn er galt als besonnen und versiert. Der Gruppenleiter ist dann am Steg (geringe Wassertiefe) nochmal runter und fand ihn am Grund. Da er ihn nicht alleine hochbringen konnte, musste er Hilfe holen. Da war es aber schon viel zu spät."
Esbjörn Svenssons Werdegang nimmt 1964 im schwedischen Västeras seinen Lauf. Er wächst mit den Einflüssen der Klassik (seine Mutter war klassische Pianistin), des Jazz (sein Vater liebte Duke Ellington) und den Radiohits der Popmusik auf. Nach den obligatorischen Schulbands folgt ein vierjähriges Studium, in dessen Anschluss Esbjörn sich zunächst als inspirierter und ideenreicher Sideman etabliert. 1990 gründet er sein Trio E.S.T., dem er bis zu seinem Tod die Treue hält.
Ausgedehnte Tourneen auf die angesagten Jazzfestivals und die Zusammenarbeit mit der Nils Landgren Funk Unit führen zuerst in Schweden zum Erfolg. Die Trophäen "Artist Of The Year", "Album Of The Year" und "Composer Of The Year" (im Bereich Pop), sind das Sprungbrett zum internationalen Durchbruch, der sich 1999 mit "From Gagarin's Point Of View" anbahnt. Es ist das erste Album des Esbjörn Svensson Trio, das außerhalb Skandinaviens erscheint. Auftritte beim Montreux Jazz Festival und auf der Jazz Baltica ebnen den Weg zum internationalen Durchbruch.
"Wir brauchen die amerikanischen Jazzstars auf den europäischen Festivals nicht, wir haben das alles schon gehört. Mit dem alten Jazz kommen wir jetzt nicht mehr weiter. Wenn Branford Marsalis sagt, Jan Garbarek mache keinen Jazz, weil er norwegische Folkidiome in seiner Musik verwende, okay - ich frage mich nur, wo die Grenzlinie gezogen werden soll. Oder heißt das nur: Alle, die weitergehen, die die Grenzen des alten Jazz überschreiten, sollten ihre Musik anders nennen? Ist das der Vorschlag, progressive Musik vom Jazz abzutrennen? Ich bin froh, dass wir nicht in diesen Kategorien denken. Wir sind grundsätzlich offen und freuen uns über jedes Rockfestival, das uns einlädt. Wir schätzen Jazzfestivals, die auch Pop- und Weltmusik-Stars präsentieren", kommentiert Svensson das erstarkende europäische Jazz-Selbstbewusstsein.
2000 erscheint das Album "Good Morning Susie Soho", mit dem das Trio durch ganz Europa tourt und eine stattliche Fangemeinde um sich schart. In Amerika wird das Major-Label Sony/Columbia auf das E.S.T. aufmerksam und veröffentlicht "Somewhere Else Before" - eine Kompilation aus den beiden letztgenannten Alben.
Nach der Veröffentlichung von "Strange Place for Snow" (2002) kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Das Esbjörn Svensson Trio wird mit europäischen Musikpreisen überhäuft und absolviert eine neunmonatige Tournee durch Europa, USA und Japan, die ihren Kultstatus zementiert.
Mit "Seven Days Of Falling" veröffentlichen sie 2003 ein weiteres Album, das vor Ideenreichtum, stimmungsvollen Songs und munterer Kreativität sprüht wie eh und je. Der Silberling steigt in die Popcharts ein und kommt neben Europa und USA auch in Japan und Südkorea auf den Markt. In den zwölf Monaten, die der Veröffentlichung folgen, erleben mehr als 100.000 Zuschauer die Band live bei ihren Auftritten. Im selben Jahr tourt das Trio als Vorband von K.D. Lang quer durch die USA und spielt in Stadien und großen Konzerthallen vor weiteren 50.000 Menschen.
Im Januar 2005 erscheint auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs "Viaticum". Der Begriff bezeichnete im alten Rom eine Wegzehrung, den Proviant, den man auf eine Reise - sei es im Diesseits oder ins Jenseits - mitnahm. Ab März 2005 setzt das E.S.T. seine Reise im Diesseits mit ausgiebigen Tourneen fort. Die Band tourt ausgiebig quer durch die Welt und tritt in Konzertsälen und auf Festivals in Europa, Japan, Korea, China, Australien, Brasilien und den USA auf.
Viaticum erzählt von der Musik als Proviant, den man mit auf eine geistige Reise nimmt. Das 2006 erscheinende "Tuesday Wonderland" dagegen ist die Reise. "Was wir machen, nämlich Musik, bedeutet vielleicht nicht wirklich vielen Leuten etwas, aber wenn man sich in die Musik hineinfallen lässt, wird man auf eine Reise mitgenommen und kann sein eigenes Wunderland entdecken - eine Reise, die dein ganzes Leben verändern kann" (Dan Berglund).
Dass es 'die große Reise' für Esbjörn Svensson werden könnte, die auch Berglunds und Öströms Leben verändert, und dass 'Viaticum' auch mit 'letztes Abendmahl' übersetzt werden kann, all das war im Grunde unvorstellbar. Und so entpuppen sich die Vorzeichen, zusammen mit dem engelsgleich in weiß gehaltenen Cover von "Leucocyte", als unheilvolle Vorahnung. Da die Aufnahmen für das zehnte Studioalbum bereits im Kasten sind, erscheinen am 29. August 2008, 77 Tage nach seinem tragischen Tod, die letzten Einspielungen des Trios.

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Das Esbjörn Svensson Trio ist ein Phänomen: Ein Jazztrio, das sich selbst wie eine Popband versteht, die Jazz spielt, das die traditionelle Konzeption von Bandleader und Sidemen zugunsten eines völlig gleichberechtigten Agierens aufgehoben hat, das nicht nur in Jazzclubs auftritt, sondern auch Säle füllt, die eigentlich eher Rockgruppen vorbehalten sind, das seine Liveshows gerne mit Lichteffekten und Nebelschwaden begleitet und es schafft, sein Publikum dazu zu animieren, am Ende eines Abends Jazzstandards wie "Bemsha Swing" von Thelonious Monk mitzusingen, sprengt den Rahmen dessen, was man sich landläufig unter einer klassischen Jazztrioformation vorstellt. In Schweden findet E.S.T. regelmäßig Eingang in die Pop-Charts, seine Videos laufen auf MTV Scandinavia und mit seiner eigenständigen Klangwelt, die Jazz mit Drum-Grooves, elektronischen Elementen, funkigen Rhythmen oder Anleihen aus Rock, Pop, aber auch europäischer E-Musik einfallsreich verknüpft, hat sich E.S.T. eine Zuhörerschaft erobert, die vom klassischen Jazzfan bis zur HipHop-Jugend reicht. Mit Preisen überschüttet, eint das Trio Kritiker und Publikum von Europa bis nach Amerika in der Überzeugung: E.S.T. ist eine der innovativsten Jazzbands der Gegenwart.




"Ich spiele Klavier, weil wir kein anderes Instrument zuhause hatten. Schlagzeug wäre mir eigentlich lieber gewesen... Aber dann kam Magnus Öström mit seinen Trommeln und ich blieb beim Klavier. Denn wir sind gemeinsam aufgewachsen und haben von Anfang an zusammen Musik gemacht."

So beschreibt nur eine unbekümmerte Seele die Wahl ihres Instrumentes. Esbjörn Svensson ist so eine unbekümmerte Seele. 1964 im schwedischen Västeras geboren, wuchs er mit den Einflüssen der Klassik (seine Mutter war klassische Pianistin), des Jazz (sein Vater liebte Duke Ellington) und den Radiohits der Popmusik auf.
Die Anfänge mit seinem Weggefährten Magnus Öström schildert er so: "Als Magnus sein erstes Schlagzeug geschenkt bekam, stellte er es bei mir auf und wir spielten los. Wir hatten keine Ahnung, wie das ging, aber es machte Spaß. So konnte sich unsere Musik über lange Zeit auf sehr individuelle Art entwickeln, weil wir keine Lehrer hatten und uns niemand sagte, wie wir etwas zu tun hätten."
Nach den obligatorischen Schulbands folgt ein vierjähriges Studium, in dessen Anschluss Esbjörn sich zunächst als inspirierter und ideenreicher Sideman etabliert. 1990 gründet er sein eigenes Trio, das 1993 mit dem Bassisten Dan Berglund den nötigen Auftrieb erhält, um noch im selben Jahr zu debütieren. Von nun an geht die Karriere steil bergauf.
Ausgedehnte Tourneen auf die angesagten Jazzfestivals und die Zusammenarbeit mit der Nils Landgren Funk Unit führen zuerst in Schweden zum Erfolg. Die Trophäen "Artist Of The Year", "Album Of The Year" und "Composer Of The Year" (im Bereich Pop), sind das Sprungbrett zum internationalen Durchbruch, der sich 1999 mit "From Gagarin's Point Of View" anbahnt. Es ist das erste Album des Esbjörn Svensson Trio, kurz E.S.T., das außerhalb Skandinaviens erscheint. Auftritte beim Montreux Jazz Festival und auf der Jazz Baltica ebnen den Weg zum internationalen Durchbruch.
"Wir brauchen die amerikanischen Jazzstars auf den europäischen Festivals nicht, wir haben das alles schon gehört. Mit dem alten Jazz kommen wir jetzt nicht mehr weiter. Wenn Branford Marsalis sagt, Jan Garbarek mache keinen Jazz, weil er norwegische Folkidiome in seiner Musik verwende, okay - ich frage mich nur, wo die Grenzlinie gezogen werden soll. Oder heißt das nur: Alle, die weitergehen, die die Grenzen des alten Jazz überschreiten, sollten ihre Musik anders nennen? Ist das der Vorschlag, progressive Musik vom Jazz abzutrennen? Ich bin froh, dass wir nicht in diesen Kategorien denken. Wir sind grundsätzlich offen und freuen uns über jedes Rockfestival, das uns einlädt. Wir schätzen Jazzfestivals, die auch Pop- und Weltmusik-Stars präsentieren."
2000 erscheint das Album "Good Morning Susie Soho", mit dem das Trio durch ganz Europa tourt und eine stattliche Fangemeinde um sich schart. In Amerika wird das Major-Label Sony/Columbia auf das E.S.T. aufmerksam und veröffentlicht "Somewhere Else Before" - eine Kompilation aus den beiden letztgenannten Alben.
Nach der Veröffentlichung von "Strange Place for Snow" (2002) kennt die Begeisterung keine Grenzen mehr. Das Esbjörn Svensson Trio wird mit europäischen Musikpreisen überhäuft und absolviert eine neunmonatige Tournee durch Europa, USA und Japan, die ihren Kultstatus zementiert.
Mit "Seven Days Of Falling" veröffentlichen sie 2003 ein weiteres Album, das vor Ideenreichtum, stimmungsvollen Songs und munterer Kreativität sprüht wie eh und je. Der Silberling steigt in die Popcharts ein und kommt neben Europa und USA auch in Japan und Südkorea auf den Markt. In den zwölf Monaten, die der Veröffentlichung folgen, erleben mehr als 100.000 Zuschauer die Band live bei ihren Auftritten. Im selben Jahr tourt das Trio als Vorband von K.D. Lang quer durch die USA und spielt in Stadien und großen Konzerthallen vor weiteren 50.000 Menschen.
Im Januar 2005 erscheint auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs "Viaticum". Der Begriff bezeichnete im alten Rom eine Wegzehrung, den Proviant, den man auf eine Reise - sei es im Diesseits oder ins Jenseits - mitnahm. Ab März 2005 setzt das E.S.T. seine Reise im Diesseits mit ausgiebigen Tourneen fort. Die Band tourt ausgiebig quer durch die Welt und tritt in Konzertsälen und auf Festivals in Europa, Japan, Korea, China, Australien, Brasilien und den USA auf.
Viaticum erzählt von der Musik als Proviant, den man mit auf eine geistige Reise nimmt. Das 2006 erscheinende "Tuesday Wonderland" dagegen ist die Reise. "Was wir machen, nämlich Musik, bedeutet vielleicht nicht wirklich vielen Leuten etwas, aber wenn man sich in die Musik hineinfallen lässt, wird man auf eine Reise mitgenommen und kann sein eigenes Wunderland entdecken - eine Reise, die dein ganzes Leben verändern kann" (Dan Berglund).


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Esbjörn Svensson Trio

"No other group in the world have such a commanding interaction between the grooves of 21st-century dance and the acoustic jazz-piano tradition". The Times

With a cult reputation now firmly secured, e.s.t. have established themselves as one of the most exciting jazz trios in the world, making Seven Days Of Falling one of the most eagerly anticipated jazz albums of 2003.  

It is rare for a group to live up to its hype, but in e.s.t.'s case the hype is true. It's also true that they have achieved the virtually impossible feat of producing some of the most innovative, thoughtful and intensely rigorous music while at the same time attracting an audience outside the usual jazz one, from rock to the youngest hip-hop fans. Hardly surprising then, that in their native Sweden they have had a top 20 album, appeared on MTV and have built their reputation by playing in venues not usually associated with jazz.

The remarkable follow up to Strange Place For Snow, Seven Days of Falling is the purest e.s.t. sound yet. The sound that has now become synonymous with the three cool Swedes can be traced back to Dodge The Dodo (From Gargarin's Point Of View), through to Spam-Boo-Limbo (Good Morning Susie Soho), the hidden track on Good Morning Susie Soho (which featured more electronic experimentation than they had ever used before) and then on to 2001's Strange Place For Snow - in particular Behind The Yashmak. Seven Days Of Falling is the natural continuation of a style that we have come to associate only with e.s.t.

Seven Days of Falling guides us through several musical landscapes, from ballads such as Ballad for the Unborn and Why She Couldn't Come, to Elevation of Love and O.D.R.I.P., which set the overall pace of the album. The e.s.t. magic that has captured so many admirers is still very much present in their compelling themes, Esbjörn Svensson's seductive piano melodies, bassist Dan Berglund's use of bow and sound effects (with Hendrix-like results) and drummer Magnus Öström's accelerating drum'n'bass beats. The album took a remarkable eight days to record and five to mix, more akin to pop production than jazz. This in itself is a reflection of how e.s.t. approach their work and what makes them stand out from the rest of the jazz fraternity.  

e.s.t. is a phenomenon and as The Guardian wrote last year "has given the sound of the jazz piano trio quite a different edge - an explosion of new life and a different future". Seven Days Of Falling is the future of jazz - listen now!