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Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

POSITIVE BLACK SOUL

PBS: DAKAR IS RAPPING: HIP HOP POWER AUS SENEGAL - Positive Black Soul  feat. Pee Froiss

Entdeckt von dem Senegalesen MC Solaar rappen POSITIVE BLACK SOUL seit 1990   auf Wollof, Französisch und Englisch und sind mittlerweile neben Musikern wie  Beispiel Youssou N’Dour zu den Größen der Musik Senegals.
POSITIVE BLACK SOUL  machen afrikanischen Hip–Hop: Frech, neu und unverbraucht gepaart mit traditionellen Instrumenten wie Cora, Balafon, Sabar und Percussion.
Begleitet werden sie auf ihrer Europatour von Pee Froiss. Diese Hip-Hop Formation sieht sich vor allem durch Reggae, Soul und die senegalesischen Kultur beeinflusst. KOCC6’s heiße Jazzstimme (Babacar Diagne), XUMAN’s Lyrics (Makhtar Fall) und GEE BAYSS Scratches (Georges Martin Lopis) schaffen einen Break Beat, der ihr Publikum zu wahren Hip-Hop Abhängigen macht.

POSITIVE BLACK SOUL
1989 im Vorstadtleben von Dakar: In den benachbarten Vierteln Liberté 6 und Amitié 2, keine unbedingt wohlhabenden Bezirke, gibt es zwei rivalisierende Jugend-Gruppen: "King MC's", hauptsächlich Muslime, unter der Führung von Amadou Barry, dem späteren Doug E Tee, und "Syndicate", christlich, mit ihrem Anführer Didier Awadi, später DJ Awadi.
Diese beiden Gruppen liefern sich erbitterte "Schlachten" darum, wer lyrisch der bessere ist. Sie rappen um die Wette, wo es nur geht. Ob auf der Straße, in Clubs oder sogar auf Konzerten. Der "Krieg" hatte aber ein Happy-End: Denn ein Konflikt, der in den USA der neunziger Jahre wohl zu Schießereien führen würde, endete in Senegal mit einem friedlichen Austausch. Nach und nach fand man sich gegenseitig doch sympathisch und bemerkte, daß man im Grunde genommen doch dieselben Ideale hatte. Man beschloß also irgenwann, sich zu einigen und später sogar zu vereinigen, ging es doch um bindende, höhere Ideen: Frieden, Einigung Afrikas, Gleichheit der Religionen ("Schwarz absorbiert Licht und wird selbst zu Licht" lehrt uns Awadi), und das alles mit "apolitischen Texten"!
1990 ist das Geburtsjahr von "Positive Black Soul". Der Name sollte auf englisch sein, damit ihn alle verstehen. Überhaupt legen sich PBS nicht auf eine Sprache fest, rappen sie doch auf Wollof, französisch und englisch. Der Begriff "Positive" wurde gewählt, weil nach der Meinung der PBS für die meisten Menschen Afrika nur noch "aus Aids und Ruanda" besteht. Dieser Name solle zeigen, daß "die große schwarze Seele mehr ist als nur Elend".
Da sie damals kein Geld hatten, schlichen sie sich in Studios, um durch Beobachten soviel wie möglich zu lernen. Den Rest machten sie auf der Straße mit "Gehör, Gefühl und Energie", wie sie sagen.
1992 machte der senegalesische "Nationalheld" Claude M'Barali, in Europa eher als MC Solaar bekannt, die erste von einer Reihe "seiner" Partys in Dakar. Hier traten Doug E Tee und Awadi auf, von denen er so begeistert war, daß er ihnen Hilfe beim Aufbau einer professionellen Karriere versprach. Und er hielt sein Wort. Diskret aber gezielt wurde der Aufstieg des "explosiven Duos", wie die große französische Musikzeitschrift "Vibration" ihren Artikel über PBS titelte, von Solaar gefördert. 1993 nahm er mit PBS das Lied "Rats Des Villes, Rats Des Champs" auf, das in Senegal ein großer Erfolg wurde und PBS schlagartig bekannt machte. Nun hatte PBS kein Problem mehr, einen Produzenten zu finden. Madamou Konte machte 1994 ihre erste Kassette, worauf die erste HipHop-Hymne Senegals zu finden ist: "Boule Falé" (Dt. "Scheißegal").  
Das Lied hatte der Jugend Senegals anscheinend aus dem Herzen gesprochen. Es folgte eine weitere Kassette, u.a. mit sechs "Boule Falé"-Remixen. Darauf sind u.a. Aby N'Dour, Baaba Maal (auf dessen Album "Firin'ly Fonta" PBS bereits bei dem Lied "Swing Yella" zu hören waren) und Daara J zu hören.
1994/95 machten PBS ihre erste größere Tournee durch Europa. Dabei kamen sie u.a. nach London, auf die Festivals in Montreux, Bourges, Rennes und Paris, nach Lausanne, wo sie auf Solaars Empfehlung hin die Vorgruppe der bekanntesten Schweizer HipHoper Sens Unik waren, die sie wirklich begeistern konnten, und noch einmal nach Paris, wo sie zum unglaublich umfangreichen Vorprogramm von MC Solaar (weshalb dieser ausgebuht wurde!) in einem seiner drei legendären Konzerten in der riesigen Halle "Zénith" gehörten. In Paris nahmen sie dann auch ihr erstes Album auf, und zwar im Studio Jimmy Jays, dem bekannten DJ Solaars. Es erschien beim größten Label für afrikanische Musik, dem "Island" gehörenden "Mango" wo z.B. auch Baaba Maal unter Vertrag ist. Auf diesem Album sind sehr viele Lieder ihrer ersten Kassette zu hören (das mit Solaar nicht!) und auch bekannte Musiker wie Maty aus Senegal, oder Black Jack, ein Mitglied der afro-französischen und afrozentristischen HipHop Gruppe "Démocrates D", der auch beim Welthit "Le Bien, Le Mal" von Guru und MC Solaar zu hören ist.
Ende 1996 machten sie ihre nächste Kassette "Daw Thiow", auf dem u.a. ein alter bekannter wieder zu hören ist: MC Lida!
Die Kassette ist übrigens von sehr guter Qualität, auch wenn der Sound eher an Bronx als an Dakar erinnert!  
In der Zwischenzeit waren sie aber nicht untätig gewesen. Neben vielen Konzerten in Senegal hatten sie eine Afrika-Tournee durch Gabun, Zaire und Gambia gemacht, ein Remix von Salif Keita Namens "Ne Pas Bouger" gemacht, viele senegalesische Hip Hop-Bands gefördert und eine überaus erfolgreiche US-Tournee! gemacht. Anfang 1997 brachten sie den Sampler "Senerap Freestyle No.1" heraus, auf dem einige senegalesische Rapper ihr Freestyle-Können zum Besten geben.
Da für die meisten "Senerapper" das Erwerben von Equipment aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, gibt es in Senegal trotz der sehr hohen Zahl an Rappern ganz wenig DJ's. Da PBS dies aus eigener Erfahrung sehr wohl wissen, stellen sie soweit wie möglich Rappern die Mittel zur Verfügung, um Aufnahmen zu machen. Die "Senerap freestyle"-Kassetten sollen jedenfalls von nun an regelmßig erscheinen.
Anfang April 1997 machten PBS die ersten Aufnahmen zu ihrem neuen Album in New York, bevor sie Konzerte in Guadeloupe und Reunion gaben und Ende Mai auf eine große Afrika-Tournee gingen. Ein Produkt dieser Aufnahmen ist die Kassette New York-Paris-Dakar, auf der sehr bekannte Rapper wie Alliance Ethnik oder KRS-1 (noch immer der Chef-Ideologe des HipHops, Begründer der "Stop The Violence"-Bewegung) zu hören sind. Auch vom Klang her ist die Kassette authentischer als Daw Thiow, was vor allem am Einsatz von Cora liegt.
Ihre Konzerte waren im Übrigen große Erfolge, vor allem in Südafrika.

POSITIVE BLACK SOUL sind inzwischen unwiderruflich zu Größen der Musik Senegals wie Youssou N'Dour, Baaba Maal, Toure Kunda, Ismael Lo, Thione Seck und eben MC Solaar gestoßen. Also muß man sich auch mit der Musik und den Texten der Band beschäftigen.
Sie selbst geben zu, von IAM, A Tribe Called Quest, Gangstarr, Boogie Down Production und selbstverständlich von MC Solaar, den sie ihren großen Bruder nennen, beeinflußt worden zu sein. Doch gleichzeitig betonen sie, daß sie weder frz. noch amerikanischen Hip Hop machen, sondern afrikanischen. "Unsere Musik ist sehr alt", sagt Awadi. "Da ist es nur normal, daß wir traditionelle Instrumente wie Cora, Balafon, Sabar, Tama und vor allem traditionelle Percussions benutzen...Rap ist ein Kind der Sklaven, in Afrika wurde es geboren, in Amerika ist es groß geworden".
Sie behaupten, apolitisch zu sein, was sie nicht sind. Das Motto der Gruppe lautet "Panafrikanist und nicht Rassist". In ihren Liedern "Djoko" (Einheit) und "Président D'Afrique" verlangen sie die Einheit Afrikas.  

"We are not P.S. or P.D.S.*, we're PBS
A brand new party, no one will be left out
The youth are good and fair
What they did in the past cannot be buried
We are underprivileged, but we want the good life
If you want to bury us you're lying
Remember what they promised in 1987?
We haven't seen a thing
Turn back, and move with the positive black soul  
Do not fight, if you don't have conviction
That can't work
They are tired now
But they can't stop fighting positive black soul

Chorus
I'm not your slave
If you want to unite, I do
If you don't want to unite, I still do
..."
(aus "Djoko", englische Übersetzung im Begleitbuch zu "Salaam")

*P.S.: Partie Socialiste, P.D.S.: Partie Démocratic du Sénégal

Awadi sagt, daß die Afrikaner sich selbst helfen sollten, anstatt immer die Hilfe des Westens zu suchen. "Afrika ist selbst". Als Beispiel nimmt er die unglaublich schnell voranschreitende Entwertung der gemeinsamen Währung der Sahelzone CFA. Seiner Meinung nach würde dies bei einem engeren Zusammenhalt der afrikanischen Staaten nicht passieren. Wenn Doug E Tee sagt, PBS seien unpolitisch, dann meint er also nur, daß sie keine Hoffnungen mehr in ihre Politiker setzen.
PBS propagieren das Lesen. Ein guter Afrikaner solle viel lesen. Sie selbst beziehen sich auf Kwame Nkrumah und Cheik Anta Diop. "Sie sind unsere Idole. Sie wurden umgebracht, also müssen wir jetzt ihren Weg weitergehen". Weitere geistige Quellen von PBS sollen Hampate Ba und Koce Barma (senegalesischer Philosoph aus dem 19. Jh.) sein.
PBS legen großen Wert darauf, daß sie niemals jemanden wegen seiner Meinung angreifen würden. Aber Verständnis müssen sie nicht für alle aufbringen. So äußerten sie sich beispielsweise zu afrikanischen Musikern, die in Europa leben, da man dort angeblich besser seine Musik publizieren kann, sehr negativ: "Um wirkliche Musik zu machen, muß man den sozialen Kontakt zu seiner Herkunft erhalten, um Zusammenhänge verstehen zu können, so wie es Youssou mit seinem Studio in Dakar macht. Er ist weiterhin einer aus Medina (Stadtteil Dakars). Aber wenn wir nach Europa ziehen, dann können wir doch gar keine Musik mehr machen". Denoch fühlen sie sich nur als Beobachter.
Ein weiteres Thema der Gruppe ist Lotto und Wetten, eine große Mode in Senegal für jung und alt. Dazu erzählt Awadi: "Einmal ging es Amadou sehr schlecht. Ich mußte ihn ins Krankenhaus bringen. Da sagte uns der Arzt, ohne ihn auch nur anzuschauen, in einem sehr schroffen Ton, wir sollten gefälligst warten, bis im Fernsehen die Ergebnisse der PMU (Wettbüro) gekommen sind. Wäre es ernst gewesen, wäre Doug jetzt tot...Diese Wettten machen unsere Jugend immer geldgieriger. Sie denken nur noch an Ökonomie".
Über jamaikanische, antillische und amerikanische Afrozentristen sagt Awadi:
"Ich habe nichts gegen sie, nur kommt es mir manchmal so vor, als hätten sie Komplexe wegen ihrer Geschichte und ihrer Identität. Sie haben das Thema Afrika zu sehr verinnerlicht. Dabei kommt doch ihre eigene Welt ein wenig zu kurz".

Die Geschichte von PBS ist wie ein Märchen. Von Sacre Coeurs-College, einer Schule im Vorort Dakars, ins Zénith, eine der größten Konzerthallen Europas. Und das in fünnf Jahren. Aber PBS sind nicht nur Doug E Tee, DJ Awadi, King MC's, Syndicate, Killer B und PBS-Posse, PBS ist mehr, PBS ist afrikanisch.










Dakar is rapping, but here no one knows about it!
In Dakar, the west - African Hip-Hop Capital, more than 2000 Rap formation have been founded in the past 15 years. In their native country the Senegalese Rap pioneers Positive Black Soul have reached cult status. They are loved and respected especially by the young Africans on account of her social-critical and political statements: PBS doesn’t mince matters.
In summer 2003 PBS and Pee Froiss had been on a joint tour in Germany for the first time - and they set the stage on fire. The exceedingly positive reactions to their appearance on festivals like: Dunya/Rotterdam, Africa Festival/Würzburg, Afro-Pfingsten/Winterthur proved once more their capability on stage, even in competition with European artists. The German Reggaestar Patrice had been enthused by their Flow. Their joint entrance is unforgettable on this year's AFRICA FESTIVAL in Würzburg. This Jam Session had been broadcasted by VIVA/Mixery Raw Deluxe. On this year's North Sea festival/ Den Haag they placed their ability next to show sizes like Tony Allen, Roy Hargrove and Femi Kuti.
Back in time:
Senegal, 1990, the year when two rivals, Doug E Tee and DJ Awadi teamed up to become Positive Black Soul. They rap united for one idea: Peace and Unity for Africa and that there is more to Africa above hunger and misery.
In 2003, after a long term collaboration, Doug E Tee had to back out of the formation. He had been replaced by the highly talented singer and dancer Carlos. Professionally supported by the dancer Baay Sooley, he convinced the European audience with his powerful voice and sophisticated dance moves.
Nowadays PBS is internationally well known and became as famous as other renown Senegalese musicians like Youssou N’Dour. They proudly present their new Album: “New York – Paris – Dakar”, pure African Hip-Hop! A mixture of glaring beats and banging Raps in Wolof – their native language – French and English. All together arranged with traditional instruments like Kora, Balaphon and drums.
For Awadi, there is no need of hiding behind famous American Rappers, because: “Rap is a child of the slaves, born in Africa and grown up in the States.”