treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

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das treibhaus, ansteckend wie es ist, hat schon wieder die höchststrafe ausgefaßt - es wurde ein betretungsverbot verhängt // bis wann? wer weiß. // damit nicht schon wieder jene auf der strecke bleiben, die zum vierten mal unschuldig ein berufsverbot bekommen haben, hat das treibhaus wiederum beschlossen, den prekären licht & tontechnikern die jobs für die wir sie engagiert haben, auch zu bezahlen. und den musikern einen gutteil der vereinbarten gage. quasi lohnfortzahlung im lockdownfall - egal welche hilfeleistungen wir bekommen. // wir vertrauen auf die solidarität unseres publikums. bleibt uns gewogen und helft mit, damits nach dem winterschlaf ein frohes erwachen geben kann - SPENDENKONTO * IBAN: AT 752050303352791960 *

KNORKATOR

der mißglückte versuch, scheiße gesellschaftsfähig zu machen

Erklärtes und oft zitiertes Ziel von Alf Ator, dem geistigen Oberhaupt von Knorkator, sowie seiner Mitquerköpfe Stumpen und Buzz Dee ist es, "Scheiße gesellschaftsfähig zu machen". Bedauerlicherweise hat das mit dem neuen Release "Ich Hasse Musik", dem nun vierten Album der Ausnahmekünstler, schon wieder nicht hingehauen.
Gesellschaftsfähig sind die Drei mittlerweile schon, von Scheiße aber keine Spur. An dem elementaren Problem, Knorkator musikalisch einzuordnen, hat sich auch mit Erscheinen der neuen Scheibe nichts geändert. Wie gewohnt ist "Ich Hasse Musik" eine Mischung aus allem, was gut klingt. Aus der Melange von Industrial-Metal, Keyboard-Sequenzen in allen Erscheinungsformen, harten Gitarrenriffs, klassischen Melodiebögen, polyphonem Gesang und einem nicht mehr messbaren Ausmaß an Abgedrehtheit ist jedenfalls ein grandioses Gesamtkunstwerk entstanden.
Respektive der bisherigen Alben der drei Spaßbacken könnte man annehmen, dass die Kreativität der Combo nicht weiter zu steigern sei. Weit gefehlt, denn Knorkator werden mit jedem Versuch einfach nur besser.

Zur Information
Die Kapelle Knorkator hat sich aufgelöst. Der Grund: Wir hassen die ganze Welt und wollen alle Menschen ärgern. Jeder einzelne soll weinend am Boden liegen und sich vor Sehnsucht nach Knorkator zerfleischen. Allerdings wissen wir, dass unser bisheriges Werk so rund und vollendet ist, dass kaum einer mit einer Weiterführung rechnet. Und deshalb vermisst auch niemand das, was jetzt nicht kommt.
Also entschlossen wir uns, den Leuten zu zeigen, wie es gewesen wäre, wenn wir uns nicht aufgelöst hätten. Wir haben so getan, als würden wir Songs schreiben und gemeinsam ein neues Album schaffen. Hier nun kann sich jeder ein Bild davon machen, was dann zu hören gewesen wäre, und worauf nun leider alle verzichten müssen. Ha!
Ein internationaler Pressetext
Knorkator ist ein Musikunternehmen, das Deutschland keine 10 Jahre nach der Wiedervereinigung erneut gespalten hat. Auf der einen Seite stehen die Anhänger, die Fans, die so genannten „Wissenden, auf der anderen Seite die Gegner, die Ungläubigen, die Feinde. Knorkator beherrschen wie kaum ein anderer den Spagat zwischen hoher künstlerischer Disziplin und völliger geistiger Entgleisung. Sie lassen gediegene Durchschnittsbürger ausgelassen niederste Schimpfworte mitgrölen, und sie bringen brutale Skinheads dazu, in besinnliche Fugen einzustimmen. Scheinbar belangloseste, ja sogar ekelhafteste Dinge des Alltags werden zum Gegenstand der Kunst erhoben. Gedanken, die viele gern verdrängen, werden ungewöhnlich, aber treffend formuliert, und schonungslos ausgesprochen.
Lieder wie: „Ich verachte Jugendliche, „Ich hasse Musik, „Tötet sie alle" oder Ich will nur fickn" sind nur einige Beispiele dafür. Dabei geht es ihnen nicht um Provokation. Es geht ihnen vielmehr um thematische, sowie stilistische Vielfalt. Ihre Musik ist ein Panoptikum aus Industrial, Klassik, Techno-, Punk, Romantik und Trash. So etwas provoziert natürlich automatisch. Sie passen einerseits in keine gängige Schublade, andererseits können sie fast jeden Rahmen spielend bedienen. Sie sind gern gesehene Gäste auf Dark- und Metal- Festivals, sorgten aber auch im Jahre 2000 beim Vorausscheid zum Grand Prix d' Eurovision für Unterhaltung und Schlagzeilen.
Die schrillernste Figur ist Stumpen, ein fast zur Hälfte schwarz tätowiertes Energiebündel, ein charismatischer Entertainer der Spitzenklasse. Sein sehr rüder Umgangston mit dem Publikum steht in interessanten Kontrast zu seiner sympatischen Ausstrahlung. Sein außergewöhnlicher Stimmumfang, ständig wechselnd zwischen schmetterndem Divengesang und brutalem Gebrüll, macht ihn zur perfekten Galionsfigur einer Band, die dem Zuhörer keine Atempause lässt, die ihn mitreißt, in den Himmel wirft und im nächsten Moment auf den Boden der Tatsachen schleudert. Mittlerweile zu fünft unterwegs, präsentiert sich das Knorkator-Konzert insgesamt aber als homogener, druckvoller und erdiger Rock'n'roll.

Ein Lebenslauf
1951 wurde Buzz Dee in einem Bastkörbchen am Ufer eines Flusses gefunden.
Im Jahre 1966 gebar er Stumpen als Ergebnis einer stürmischen Nacht mit einem mysteriösen jungen Mann, dessen Auftauchen genauso geheimnisvoll war, wie sein plötzliches Verschwinden.
1981 zeugten Stumpen und Buzz Dee gemeinsam Alf Ator, welcher sich fortan der Erfindung einer Zeitmaschine widmete, um damit 15 Jahre später (1996) in das Jahr 1965 geschickt zu werden, um mit Buzz Dee gemeinsam den Stumpen zu  zeugen.
Kurz darauf zurück gekehrt, zeugten Stumpen und Alf Ator zusammen Buzz Dee, den sie in ein Bastkörbchen legten, und in das Jahr 1950 transferierten.

Eine Biographie
Am 19.08.1908 um 19:08 sah der Nürnberger Gefängnisdirektor Ernst Majetze auf einem Spaziergang am Ufer des Wunke -Teiches einen Fliegenpilz, den er aber für ein Taschentuch hielt.
Am 20. 03.2003 um 20:03 starben die drei Mitglieder der Berliner Formation KNORKATOR während eines kollektiven Selbstmordversuches eines natürlichen Todes.
Ein Brief an die Journalisten
Ich habe ein Problem: Meine Oma findet das, was ich mache nicht unbedingt gut. Sie sagt, ich wäre ein Ferkel. Eigentlich geht davon die Welt nicht unter. Warum sollte auch eine 84j-ährige Frau eine Hardcoreparodie verstehen, wenn sie nicht einmal das Wort HARDCORE kennt? Außerdem ist sie gar nicht so doof, und wenn sie die Scheibe ein paar Mal richtig gehört hat, vernimmt sie vielleicht zwischen dem ganzen Schmutz  wieder die Stimme des lieben Enkels, der ihre Erziehung sehr aufmerksam genossen hat.
Soweit wäre alles OK. Aber mein Manager sieht das anders. Er möchte, daß meine Oma von sich aus in den Laden geht und die CD kauft. Und dazu braucht er Euch! Und mehr noch: Mich schickt er vor, um Euch zu überreden, meiner Oma die Sache schmackhaft zu machen. Könnt ihr Euch vorstellen, wie ich mir dabei vorkomme? Da arbeitet man jahrelang an einem Produkt mit einer empfindlichen Mischung aus Direktheit, Verstecktheit und gezielter Verwirrung, und dann soll man dem ersten Hörer gleich die Unvoreingenommenheit nehmen!
Unter uns: Ihr wisst und ich weiß, daß meine Oma diese Scheibe nicht kaufen wird. Und das ist auch völlig korrekt. Aber da gibt es ein Mädel, die würde sich sicher mit mir einlassen, wenn sie nicht so angewidert wäre von dem ersten Eindruck, den sie von uns hat. Wenn ihr sie doch bitte dazu bringen könntet, etwas genauer hinzuhören. Ich habe da auch einen Tip : Sie steht auf Max und Moritz. Und ihr könnt ja schreiben: „KNORKATOR ist wie Wilhelm Busch. Intensive Beobachtung, schonungslose Bildhaftigkeit und bestechend ausgefeilte Reimkultur." Ich glaube, dann läßt sie sich poppen.
Danke, Euer Alf Ator


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Erklärtes und oft zitiertes Ziel von Alf Ator, dem geistigen Oberhaupt von Knorkator, sowie seiner Mitquerköpfe Stumpen und Buzz Dee ist es, "Scheiße gesellschaftsfähig zu machen". Bedauerlicherweise hat das mit dem neuen Release "Ich Hasse Musik", dem nun vierten Album der Ausnahmekünstler, schon wieder nicht hingehauen.
Gesellschaftsfähig sind die Drei mittlerweile schon, von Scheiße aber keine Spur. An dem elementaren Problem, Knorkator musikalisch einzuordnen, hat sich auch mit Erscheinen der neuen Scheibe nichts geändert. Wie gewohnt ist "Ich Hasse Musik" eine Mischung aus allem, was gut klingt. Aus der Melange von Industrial-Metal, Keyboard-Sequenzen in allen Erscheinungsformen, harten Gitarrenriffs, klassischen Melodiebögen, polyphonem Gesang und einem nicht mehr messbaren Ausmaß an Abgedrehtheit ist jedenfalls ein grandioses Gesamtkunstwerk entstanden.
Respektive der bisherigen Alben der drei Spaßbacken könnte man annehmen, dass die Kreativität der Combo nicht weiter zu steigern sei. Weit gefehlt, denn Knorkator werden mit jedem Versuch einfach nur besser. Sei es das Aaliyah-Cover "Try Again", bei dem es Stumpen wie auch bei anderen Liedern wohl konstant in der Hose kneift, und er von seinen stimmlichen und melodischen Höhenflügen gar nicht mehr auf den Boden zurück kehrt, oder das AC/DC-Cover "Beating Around The Bush", woraus die drei sympathischen Wahnsinnigen einen Song konstruiert haben, der sich doch tatsächlich irgendwo zwischen Dixieland, Rock'n'Roll und New Orleans-Jazz bewegt.

Selten gab es ein so vielseitiges Album, das mit jedem Lied überrascht, begeistert, berührt, fesselt und mitreißt. Mit "Aeger Sum" finden wir sogar noch die Knorkator-Interpretation eines Gregorianischen Chorals auf dem genialen Silberling, hier allerdings mit Orgelbegleitung. Da faltet sogar der strengste Katholik andächtig die Hände.

Neben balladesken Songs wie "Wie Weit Ist Es Bis Zum Horizont" fehlen die harten Töne natürlich auch nicht. "Schmutzfink" kommt musikalisch dem Nu Metal nahe, aber wer sich den Text anhört, lacht sich nur noch schlapp. Ähnlich zum Wegschmeißen sind "Schüchtern" und der Opener der CD "Der Ultimative Mann", der neben "Ich Bin Überhaupt Nicht Da" der beste Song ist. Bei Letzterem kann man sich gemütlich zurück lehnen und die Sinne schweifen lassen.

Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, was Texte wie der des lateinischen "Aeger Sum" oder des asiatischen "Mai Koh Djai" bedeuten. Texter Alf Ator hat jedoch ein ausgesprochen gutes Gefühl dafür, ob und wie Text und Musik miteinander funktionieren, und so kann der Text auch noch so bizarr sein, er fügt sich immer präzise in die Melodieumgebung ein. Die Folge ist ein Klangerlebnis der Extraklasse.