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A LIFE A SONG A

A LIFE A SONG A CIGARETTE:  Indie-Country.Romantik und stürmische Seemannslieder.

"Sechs Wiener mit einer Vorliebe für Indie-Country Romantik und stürmische Seemannslieder. Man könnte ALASAC als Post-Bright Eyes bezeichnen: Sie nehmen sich gesanglich und textlich die Sensibilität und Verletzbarkeit ihrer Indie-Idole als Vorbild und kombinieren das mit ihrer eigenen Mischung aus druckvollen, intensiven Gitarren. In den ruhigeren Momenten haben Cello und Akkordeon die notwendige melancholische Romantik beigesteuert. ALASAC sind mittlerweile schon Veteranen der heimischen Bühnen und wissen, wie man ein Publikum einfängt und mitreisst. Broken hearts never sounded so good."
Stephan Stanzel (voc, git), Martin Knobloch (bass), Hannes Wirth (git, voc), Lukas Lauermann (cello, keys), Daniel Grailach (drums, percussions, voc)

Biografie
A LIFE, A SONG, A CIGARETTE
Tideland

Vier Jahre ist es her, dass die die Wiener Band A LIFE, A SONG, A CIGARETTE ihr zweites Album „Black Air“ veröffentlicht hat, Debütalbum „Fresh Kills Landfill“ ließ schon 2006 aufhorchen. Die fünf Musiker von ALASAC, die heute ein Altersspektrum von 26 bis 41 Jahren abdecken und dennoch so herzhaft wie selbstverständlich mit dem Begriff „die Bandbuben“ kokettieren, folgen ihrem eigenen untrüglichen künstlerischen Kompass, der synchron mit ihrer eigenen Zeitrechnung funktioniert.

„Wir sind keine Band, bei der eine Probe ist, wie ins Büro zu gehen“, sagt Gitarrist Hannes Wirth. „Wir konnten mit „Black Air“ relativ viel und relativ lange live spielen“, ergänzt Sänger und Gitarrist Stephan Stanzel, dessen Songs und Lyrics im Herzen der ALASAC-Experience stehen und diese immer wieder ankicken.

Live zu spielen ist dabei eine der obersten Prioritäten dieser Band. Egal, ob vor vollem Haus in Wien, vor sieben Menschen in Hamburg oder beim Exit-Festival in Belgrad. Ein Erlebnis, das sich in den Lyrics von „Tideland“, dem Titelsong des neuen Albums wiederfindet: „Belgrade I love you“ (gefolgt von einem mehr als charmanten „mais Vienne, je t´adore“). Überhaupt, die „War Stories“, die ALASAC erzählen könn(t)en werden einer Zeile wie „we had our daydreams and rock´n´roll“, die Stephan in „Desert Spoon Blues“, einem der stärksten der elf neuen Stücke singt, mehr als gerecht.

Stanzel hat sich dabei als Songwriter und Texter in den letzten Jahren gewaltig entwickelt, ist aber (zum Glück!) immer noch der oft desperate, oft euphorische, immer ungeschützte Chronist seines eigenen Lebens und Liebens, Verzweifelns und Triumphierens geblieben. Der sich (nicht nur) mit „Let The One You Love (Know The Truth)“ weiter aufmacht als je zuvor. „Die Texte der auf „Tideland“ versammelten Songs sind reflektierter als früheres Material“, merkt Bassist Martin Knobloch an, transzendieren die „Leiden des jungen S.“ deutlich in Richtung gewachsener, vielschichtig lesbarer Poplyrik. Die den Hörer_innen Raum lässt, nachzudenken und nachzufühlen, wie es denn etwa um die „bad seeds“ und „demons“ in ihren eigenen Leben tatsächlich bestellt ist, die sowohl im Opener „Bad Seed“, als auch im erstaunlichen, heftigen Abschluss „The Rules Of Engagement“ ihre emotional fordernden Häupter recken.

Parallel dazu sind A LIFE, A SONG, A CIGARETTE musikalisch gewachsen. Zwischen den Grundideen Stanzels (wobei die Musik von „Old Wounds“ auf einem Riff von Schlagzeuger Daniel Grailach basiert, der auf der Gitarre durchaus seinen Weg findet) und dem, was Grailach – Knobloch – Lauermann – Stanzel – Wirth daraus machen, passiert die leidenschaftliche Arbeit, die sie 2012 mehr denn je als Band definiert. „So einen Poser-Rock wie „Bad Seed“ hätten wir uns früher nicht zugetraut“, meint Knobloch lachend. Wobei seine leicht disrespektierliche Definition des Stücks die Hingabe und Begeisterung an und für die eigene Musik nicht wirklich kaschieren kann – oder will.

Nicht wenig Arbeit hat das Quintett in den Aufbau der Tonkombüse gesteckt, ein Studio, das ALASAC seither als künstlerisches und organisatorisches Hauptquartier dient. Hier haben sie im Winter 2011/2012 „Tideland“ aufgenommen und gemischt, mit (Mit-)Eigentümer und Produzent Philipp Staufer. Dessen Produzentenrolle war deutlich anders definiert als die von Ken Stringfellow beim Vorgänger. A LIFE, A SONG, A CIGARETTE waren beim ganzen Prozess „hands on“, hatten klare Vorstellungen davon, wie sie das Material, das sie zu 2/3 zuvor in einem leerstehenden Gasthaus in Kärnten erarbeitet haben umsetzen wollten. Bis auf Cello-Overdubs und die Stimme wurde das meiste gemeinsam live eingespielt. Die Band hat damit endgütig die Zäsur überwunden, die der Ausstieg von Gründungsmitglied Philipp Karas bedeutete und nicht zuletzt den Raum für Lukas Lauermanns Cello und den eigenen Sound gültig und nachhaltig neu definiert.

A LIFE, A SONG, A CIGARETTE werden unweigerlich dem medial gerne beschworenen „Wiener Ding“ zugerechnet, nicht zuletzt, weil die Musiker der Band in diversen anderen Konstellationen zu hören sind. „Tideland“ ist ganz unabhängig davon ein eindrucksvolles Statement, das ihrem Bandcharakter mit all seinen Facetten in einer aufregenden atmosphärischen Dichte gerecht wird. Musikalisch haben sie sich dabei von jeher an der „Cosmic American Music“ eines Gram Parsons orientiert und bei aller Verbundenheit und Zeitgenossenschaft zu Indie-Geistern wie Conor Oberst und Vergleichbaren aus einer Haltung, in der (viel) Musikmachen und (viel) Musikhören unweigerlich Hand in Hand gehen längst ihren eigenen, unverkennbaren Stil gefunden.

„Easy“, der Single-Vorbote des Albums mag seine ersten Takte bewusst oder unbewusst von Neil Youngs „Alabama“ geborgt haben, besonders macht ihn das, was A LIFE, A SONG, A CIGARETTE dann weiter daraus machen. So wie der Appeal eines Songs wie „Ginger“ universell ist oder es schlicht wunderbar und großartig ist, dass „(Comes A Time You´re Feeling) Low“ wie ein Wienerlied anhebt und uns dann ganz woanders hinführt.

Dieses Tideland ist verdammt fruchtbar.


Rainer Krispel, 2012



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LAUT.DE
Nach der Veröffentlichung des Debüts "Fresh Kills Landfill" (Siluh Records, 2007) des österreichischen Sextetts nehmen die Vergleiche mit der amerikanischen Band Bright Eyes kein Ende. Der musikalische Kosmos der Jungs kombiniert vielseitig instrumentierten Indiepop mit Alternative Country, Americana und rumpeligen Gute Laune-Arrangements.
Mit den vermeintlichen Bright Eyes-Analogien geht der Songwriter und Mastermind Stephan Stanzel indes selbstbewusst um: "Wir versuchen sicher nicht, auf einen internationalen Zug aufzuspringen. Aber mit dem Bright Eyes-Vergleich habe ich mich abgefunden. Conor Oberst ist ja nicht der größte Idiot auf dieser Welt", bemerkt er, möchte aber wenigstens noch Kevin Devine als Einfluss hinzugefügt wissen.
Das Wiener Ensemble gründet sich 2004 und agiert seit 2006 mit sechs festen Mitgliedern. Stephan Stanzel (Gesang, Gitarre) hat mit Philipp Karas (Keyboards, Akkordeon), Martin Knobloch (Bass), Hannes Wirth (Gitarre, Bottleneck, Gesang), Daniel Grailach (Drums) und Lukas Lauermann (Cello) treffliche Musiker an seiner Seite.
Während Stanzel seine Lieder gelegentlich als Leroy Simmering auch solo aufführt und zudem wie Hannes in der Band Ernst Molden aktiv ist, musiziert Martin nebenbei für Petsch Moser und Daniel für Mauracher.
Die Band spielt bald zahlreiche Konzerte in Österreich und Deutschland schafft es ins Vorprogramm so erfolgreicher Künstler wie den Shout Out Louds, The New Pornographers, Two Gallants oder Jason Molina.
Für die Einspielung ihres Zweitlings "Black Air" (Siluh Records), der im November 2008 erscheint, gewinnt die Band den Ex-Posies-Mann Ken Stringfellow für sich, der sich nicht nur um den Feinschliff des Werks kümmert, sondern auch seinen Gesang und diverse Instrumentaleinlagen beisteuert.
Die Tatsache, dass die Band trotz zunehmender Popularität nicht von der Musik leben kann und alle Mitglieder auf musikferne Einnahmequellen angewiesen sind, nimmt Stephan als unumgänglich hin. "Es ist schön, wenn man von der Musik leben kann, aber mir reicht es, dass ein bisschen eine zusätzliche finanzielle Basis reinkommt."
"Ich könnte mir nicht vorstellen, keine Musik zu machen, aber ich kann mich auch nicht hundertprozentig darauf verlassen, ich brauch' irgendwie eine Absicherung dahinter. Es kann keine Band in Österreich, außer den Mainstream-Geschichten und den zwei Austro-Pop- Überbleibseln, davon leben. Österreich hat keinen wirklichen Markt für alternative Musik."