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BADI ASSAD

verde. musik aus dem regenwald BRASILIENs

Mit “Verde”, ihrem neuen Album nach sechs Jahren meldet sich Badi Assad wieder zurück und unterstreicht, dass sie - neben Zélia Duncan, Adriana Calcanhoto, Ana Carolina und Vanessa da Mata - zu den interessantesten und originellsten Gitarre spielenden brasilianischen Sängerinnen und Songschreiberinnen der jüngeren Generation gehört. Der Titel “Verde” - zu deutsch: “Grün” - ist eine Anspielung auf die vielen Grüntöne des brasilianischen Regenwaldes. In ihrer Musik möchte Badi eben diese Vielfalt widerspiegeln, in dem sie sich keine stilistische Grenzen setzt. Dabei schöpft sie nicht nur aus dem immensen Reichtum der brasilianischen Stile und Rhythmen, sondern auch aus dem Fundus des Jazz und der Klassik sowie der zeitgenössischen Pop- und Rockmusik.

"Grün steht für Brasilien. Grün steht für den Wald. Grün steht für das Holz, das noch feucht ist. Wenn man den Urwald von weitem betrachtet, ist es eine vollkommene Harmonie. Erst wenn man näher herangeht, erkennt man die verschiedenen Grüntöne. Ich finde, dass diese CD sehr ähnliche Merkmale hat. Es gibt eine übergreifende Farbharmonie, aber jedes Stück hat eine unterschiedliche Farbschattierung."

Eine ganze Generation junger Musikerinnen und Musiker nimmt sich in Brasilien derzeit ihres musikalischen Erbes an. Die aufbereiteten oder frisch komponierten Traditionals firmieren unter der Bezeichnung Música Popular Brasileira (MPB). Darunter lassen sich alle Bemühungen subsumieren, brasilianische Rhythmen, Melodien und Harmonien in die Jetztzeit zu transportieren und sie mit Elementen aus Jazz, Pop und Rock anzureichern.

B A D I    A S S A D

"In meiner Musik geht es vor allem um Leidenschaft". Deshalb kommen die Werke der brasilianischen Sängerin / Gitarristin / Komponistin auch "always mysteriously beautiful" daher. Kein Wunder, denn ihre musikalische Laufbahn liest sich gut: 1966 geboren in der Kleinstadt Sao Joao da Boa Vista (im Bundesstatt Sao Paulo), wächst sie in Rio de Janeiro auf. Ihr Vater hat immer Wert auf die musikalische Ausbildung seiner Kinder gelegt, und so feiert Badi (sprich Ba-schi) zusammen mit ihrem Bruder als Duo Assad Mitte der 80er erste internationale Erfolge.

Während ihres Musikstudiums an der Uni von Rio gewinnt sie 1984 als 15-Jährige den Concurso Jovens Instrumentistas (Wettbewerb junger Instrumentalisten). Bald darauf jammt sie mit Pat Metheny, Milton Nascimento u.a., und erhält 1987 beim internationalen Villa-Lobos-Festival die Auszeichnung als beste brasilianische Gitarristin. 1989 nimmt sie ihr erstes Album "Danca Dos Tons" (Tanz der Töne) auf, das vorerst nur in Brasilien erscheint und 2004 um vier Bonustracks erweitert unter dem Titel "A Danca Das Ondas" (Der Tanz Der Wellen) weltweit erscheint.

1993 wechselt sie zum amerikanischen Label Chesky Records. "Solo", "Rhythms", "Echoes Of Brazil" und "Chameleon" schieben während der 90er ihre internationale Karriere an. "Waves", aus dem letztgenannten Album, tummelt sich in Deutschland und Spanien sogar einige Wochen in den Hitlisten. Auf "Chameleon" (1998) empfiehlt sich Badi Assad erstmals auch als Vokalistin. "Ich glaube, dass ich auch anderen Menschen etwas mitzuteilen habe, nicht nur denjenigen, die mein Gitarrenspiel lieben" kommentiert sie diese immense Erweiterung ihrer musikalischen Ausdrucksmittel.

Nach der Veröffentlichung von "Chameleon" folgen drei harte Jahre für Badi Assad. Zuerst erkrankt sie an einer Bewegungsstörung, die ihr das Gitarrespielen zeitweise unmöglich macht, dann trennt sie sich von ihrem Mann und schließlich kehrt sie 2001 nach Brasilien zurück.

Ein Jahr später veröffentlicht sie gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann Jeff Scott Young, der auch weiterhin ihr musikalischer Partner bleibt, "Nowhere". 2004 nimmt sie für Chesky Records zusammen mit den Jazzgitarristen Larry Coryell und John Abercrombie das akustische "Three Guitars" auf. 2005 meldet sie sich - inzwischen von allem Unheil befreit - mit dem Soloalbum "Verde" zurück. Darauf verarbeitet sie brasilianische Traditionals, eigene Kompositionen und Coverversionen von Björk, U2 und Yann Thiersen zu einem wirkungsvollen Musica Popular Brasileira-Mix.

Im Zentrum steht der ideenreiche Umgang mit brasilianischer Naturkost. Zwischen urtümlicher Folklore, zeitgenössischem Bossa und zukunftsträchtigen Latin-Visionen siedelt Badi Assad ihre Kompositionen und Interpretationen an. Dabei greift sie nicht nur auf vorhandenes und neu komponiertes heimatliches Liedgut zurück. Auch Björks "Bachelorette" (im Tango-Takt!), U2s "One" und Yann Thiersens "Valse D'Amélie" (aus dem Kinofilm "Die fabelhafte Welt der Amélie") verbrasilianisiert die hübsche Gitarristin.