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Kulturprogramm für Stadtbenützer

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JOSEF HADER - am 17.12. liest er gemeinsam mit ALFRED DORFER indien, am 18. & 19.12. ist HADER ON ICE, sein neues solo. am 16. Dezember spielt Alfred DORFER und... karten gibts ab ab sofort - aber nimmer lang...

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BIRGIT DENK

kurt ostbahns duett-rock-röhre mit eigener rock-band: DENK

Birgit Denk ist eine "Rock-Röhre" - wie man früher zu den Ladies sagte, deren Stimmen mühelos mit dem Groove der klassischen Gitarrenband-Besetzung mithalten konnten. Birgit Denk hat aber auch ein Gefühl für Pop. Und für eher melancholische Stimmungen. Und natürlich für hintergründigen Humor.
Wenn man nicht allzu genau hinhört (aber manchmal auch dann), könnte man sie für die uneheliche Tochter von Kurt Ostbahn halten. Die Assoziation kommt nicht von ungefähr: Immerhin hat Birgit Denk den Kurtl nicht nur live schon etliche Male begleitet, sondern ihm auch auf seiner Platte 50 verschenkte Jahre… sehr eindrucksvoll ihre Stimme geliehen. Außerdem hat der selige Günter Brödl (1955-2000) ein paar Songtexte für sie geschrieben, die ihre eigene Wortproduktion nicht unwesentlich beeinflußten. Birgit singt im besten Wiener Dialekt, und zwar über Dinge, von denen sie was versteht und die auch dem Publikum sofort bekannt vorkommen (wie zum Beispiel im Seitensprung-Lied "Es tuat ma laad…"). Und noch was verbindet sie mit dem Herrn Ostbahn: ein gewisser Alex Horstmann, seines Zeichens hilfreiche Combo-Stimme, aber auch Mitglied von Birgits ehemaliger Band Hertz und heute kongenialer Komponist der Denk-Songs.
Denk - die Gruppe, die sich kurzerhand nach ihrer Frontfrau benannt hat - besteht neben Birgit und Alex (Baß) aus Ludwig Ebner (Gitarre), Thomas Tinhof (ebenfalls Gitarre sowie ca. 100 Jahre als "Lichtler" bei der Fa. Ostbahn), Harald Wiesinger (Keyboard) und Bertl Baumgartner (Schlagwerk). Live geben sie alles, wie sich das gehört; da vergißt man schnell die Ostbahn-Connection und kann sich ganz und gar der Musik hingeben.
Wenn es so etwas wie eine Zukunft des Austropop gibt, dann heißt die Denk. Soviel steht fest.(professor dr. kurt ostbahn, rentner)

Man kann sich ja an so vielem anhalten – am Herzensmenschen („Ois geht vuabei“), an der eigenen schlechten Laune („Wieda zwieda“), am Alkohol („Bringts ma irgendwer a Achtl“), an längst gescheiterten Beziehungen („Ned wos i wü“) oder an der ewigen Hoffnung, endlich wirklich berühmt zu werden („Star“).
Denk halten sich am guten alten Rock’n’Roll an. Und an einer Vision des Austropop, wie er werden hätte können, wenn damals – nach den siebziger Jahren – alles anders gekommen wäre.

„Es ist kaum zu glauben, wieviele Wanderlieder es gibt“, sagt Birgit Denk bestens gelaunt, als sie sich an ihre ersten musikalischen Erfahrungen erinnert. Sie entstammt nämlich einer Familie von Hobbysängern („instrumental waren wir alle eher faul“) aus Hainburg an der Donau, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit Lieder anstimmte. Und so intakt war, wie man das sonst nur aus Hollywood-Filmen kennt. Birgit war das einzige Kind, das „Prinzeßchen“, um das sich alle kümmerten – die besten Voraussetzungen, um einen gesunden Geltungsdrang zu entwickeln.
 
Was daraus wurde? Denk, die Band. Und die ist zuallererst einmal Birgit Denk, die Sängerin. Soviel steht fest.
 
Daß sie mit Alex Horstmann einen genialen Songwriting-Partner gefunden und zudem ein paar äußerst begabte Musiker um sich geschart hat, ändert nichts an der Tatsache, daß die Frontfrau die Bühne beherrscht – und auch das, was man auf ihrem ersten Major-Album Hoits eich au! zu hören kriegt.

Meist ist Birgit Denk eine „Rock-Röhre“ – wie man einst zu den Ladies sagte, deren Stimmen mühelos mit dem Groove der klassischen Gitarrenband-Besetzung mithalten können. Oft nimmt sie mit hintergründigem Humor radiokompatible Popsongs aufs Korn. Manchmal kann sie aber auch ganz leise sein, verhalten und sentimental. Und das alles hat sie dem Extremschrammel Roland Neuwirth zu verdanken.
 
Na ja, wenigstens fast alles … Neuwirth war nämlich Gitarrenlehrer am Bundesinstitut für Sozialpädagogik in Baden, wo sich Birgit zur diplomierten Erzieherin ausbilden ließ. Allerdings ließ er sie dort lieber singen als die Saiten zupfen. Am Ende ihres Studiums nahm er ihr dann noch das Versprechen ab, unbedingt weiterzumachen. „Du MUSST was tun!“ meinte er.

Also hielt sie ihr Versprechen und sang – anfangs auf englisch, wie das Ende der 80er Jahre üblich war, und in einer Schulband namens „Schulband“. Danach kam der Versuch, ihre Stimme am Schubert-Konservatorium („aber die nehmen jeden auf, solange er zahlt …“) und bei einer privaten Gesangslehrerin weiter zu trainieren: „Die war so esoterisch und sagte Sachen wie ,Stell dir vor, ein Maikäfer sitzt auf deiner Nase‘. Das wollte ich mir aber nicht vorstellen, weil ich ja damals viel, viel wilder war – daher bin ich nach einem Jahr wieder gegangen.“

Also wieder Rockmusik: erst mit einer Band aus Schwechat, die sich Nothing but G-SUS nannte und Funk-Rock spielte. „Da habe ich viel gelernt“, sagt Birgit. „Wie man auf der Bühne steht, daß man dabei nicht die Hände in die Tasche steckt, wie man Zwischenansagen macht – und auch, daß man sich für ein Konzert anders anzieht als fürs Freibad. Trotzdem wußte ich die ganze Zeit, daß dieser Musikstil nicht der ist, der mir wirklich liegt.“

Was tut man in einem solchen Fall, wenn man „als Landpomeranze“ niemanden in Wien kennt? Richtig – man gibt ein Inserat auf. „Sängerin sucht Kommerzband“ stand eines Tages im Basar. Und der einzige, der sich darauf meldete, war ein junger Mann namens Christian Jungwirth, der für seine Indie-Kapelle eine weibliche Stimme suchte. „Das war eine typisch wilde und gefährliche Band – typisch Indie und natürlich mit englischen Songs. Ich wollte zwar auf deutsch und im Dialekt singen, aber das fanden sie dann auch OK.“

1994 gründeten die Nachwuchshoffnungen die Band Hertz (zu der später auch Horstmann als Bassist stieß), bekamen recht bald Auftritte im WUK und in Krems, wurden bei einer Nachwuchsaktion von Ö3 gehört und komponierten eigene Nummern. „Eigentlich waren wir unserer Zeit voraus“, erinnert sich Birgit Denk. „Wir waren provokant, goschert und ordinär, haben übers Pudern gesungen und so weiter. Später wurden wir dann reifer und beschlossen: Wir sind jetzt 25 und wollen was anderes. Also haben Alex und ich Denk gegründet.“

Nebenbei nahm auch Günter Brödl – Trainer, Texter und Miterfinder von Kurt Ostbahn – Kontakt mit der Sängerin auf. Er hatte für die CD Reserviert fia zwa eine Nummer namens "Damit wos weidageht“ getextet (eine Coverversion des Songs „Some Kind of Wonderful“ von den Soul Brothers Six) – und wollte, daß Birgit den Song im Duett mit dem Kurtl singt. Sie hatte genau drei Stunden Zeit, nach Hause zu fahren, sich die CD anzuhören und den Text zu lernen. Und dann stand sie auch schon mit dem Ostbahn auf der Bühne.
 

„Dem Günter hat’s gefallen, und er hat dann auch noch ein paar Texte für mich geschrieben – einer davon, ,Wieda zwieda‘, ist auf der neuen Platte zu hören“, sagt Birgit. „Die Zusammenarbeit mit Kurtl & Co. hat mit in den letzten Jahren zwar genützt, aber jetzt schadet sie eher. Da kommen doch tatsächlich Journalisten daher, die ihr Interview mit den Worten ,Du bist die legitime Erbin von Kurt Ostbahn‘ beginnen. NEIN – bin ich nicht! Natürlich haben wir ein paar Fans mitgenommen, aber es gibt sehr viele Leute, die – gerade weil ich eine Frau bin – den weiblichen Zugang schätzen. Wir haben eindeutig mehr Frauen im Publikum als Männer.“
 
Mit dem neuen Album Hoits eich au!, ihrem Debüt bei Universal Music, wird sich das garantiert ändern. Bei Liedern wie „Bringts ma irgendwer a Achtl“ müssen nämlich selbst gestandene Männer zugeben, daß Denk die langersehnte Zukunft des Austropop ist. Und ab diesem Punkt gelten keine Geschlechtergrenzen mehr …

PS:
Denk sind: Birgit Denk (Gesang & Wortwitz), Alex Horstmann (Baß), Bertl Baumgartner (Schlagzeug), Harald Wiesinger (Keyboard), Ludwig Ebner (Gitarre) und Thomas Tinhoff (Gitarre).




Man kann sich ja an so vielem anhalten – am Herzensmenschen („Ois geht vuabei“), an der eigenen schlechten Laune („Wieda zwieda“), am Alkohol („Bringts ma irgendwer a Achtl“), an längst gescheiterten Beziehungen („Ned wos i wü“) oder an der ewigen Hoffnung, endlich wirklich berühmt zu werden („Star“).
 
Denk halten sich am guten alten Rock’n’Roll an. Und an einer Vision des Austropop, wie er werden hätte können, wenn damals – nach den siebziger Jahren – alles anders gekommen wäre.

„Hoits eich au!" ist sowas wie ein Schlachtruf, ein Opener für unsere Konzerte“, sagt Birgit Denk, Sängerin und Frontfrau der Band Denk. „Auf Wienerisch hat dieser Titel aber natürlich auch eine Mehrfachbedeutung – und die zieht sich durch die ganze Platte.“ Die Wiener Dialekttexte der 14 Songs auf ihrem Major-Label-Debüt stammen zum Großteil von ihr und Co-Denker Alex Horstmann – bis auf einen („Wieda zwieda“), den der selige Ostbahn-„Trainer“ Günter Brödl einst für sie schrieb, und einen anderen („Heite kann i, heite derf i“) von Sigi Maron.

Die Musik hingegen stammt aus dem Fundus jener Melodien, die man sofort wiederzuerkennen glaubt, obwohl es sie so noch nie gab: Rock, Pop-Schlager, funkiger Soul, von ehrlichen Musikern mit ehrlichen Instrumenten gespielt und ganz ohne Technik-Bombast – kurz und gut: Songs, wie man sie heute leider nur allzuselten zu hören bekommt.
 
Daß sie mit dem „Achtl“, der Coverversion des Melissa-Etheridge-Songs „Bring Me Some Water“ eigentlich sofort den Sprung in die Charts schaffen müßte, heißt noch lange nicht, daß eine Auskopplung auf den Markt kommen wird. Weil, so Frau Denk: „Single gibt’s keine – das ist was für Weicheier. Wer kauft heute schon noch Singles?“

Genau. An solchen Konventionen brauchen sich Denk bestimmt nicht anzuhalten. Und im D-Wagen (einer Wiener Straßenbahnlinie von Nußdorf zum Südbahnhof), wo die Photos für CD-Cover und Booklet geschossen wurden, haben sie sowieso Sitzplätze ergattert. Aber trotzdem:

„Ma soit wann ma net hinfoin wü/vo wem a Stütze hom/So mancher stoipert bled durchs Lebm/und hoit sie nirgends au/Es geht net immer nur gradaus/ma biegt a oft scharf o/Ma bofft das an dann ned darennt/Und drum: Hoits eich au“

Also: Benützen Sie bitte die Haltegriffe. Und während der Fahrt ist das Sprechen mit dem Fahrer verboten. Hören Sie lieber zu!