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BALKAN BEATBOX

waghalsige Beats, turbulente Fanfaren und latenter Wahnsinn - Balkan in der Bronx

Bei Balkan Beat Box verschmelzen Musiker aus Israel, Marokko und dem Iran die aufregenden Klänge des Mittleren Ostens, Nordafrikas, des Balkan und Osteuropas miteinander. Balkan Beat Box ermöglicht einen ganz anderen Blick auf Musik: als einen fortwährenden kulturellen Dialog. Und der kann verschiedene Formen annehmen. Er zeigt sich als Culture Clash oder Diskurs der Diaspora. Dann wieder zeigt er sich so vielstimmig wie Israel ist: ein wahrhaftiger Schmelztiegel mit all der arabischen, sephardischen und chassidischen Musik, aus dem sich schier unendlich Inspiration schöpfen lässt. Auch deshalb spielen Balkan Beat Box immer wieder dort, erhalten begeisterte Kritiken und erfreuen sich eines immensen Publikumszuspruchs. In diesem Jahr stellten BBB ihre Musik auf einigen der größten Festivals in Europa und Nordamerika vor. Das Publikum tobte und belohnte die Darbietungen mit standing ovations.
Die Musik von Balkan Beat Box stellt man sich am besten so vor: eine rauschende Dance-Party mit Performancekunst, bei der elektronische Musik mit entlegener Folklore aus Nord-afrika, dem Mittleren Osten, Osteuropa und vom Balkan gekreuzt wird. Ihre Abende bestechen dabei durch farbenfrohe Kostümierungen und reich ausstaffierte Artisten, die während der ganzen Party tanzen und performen. Das musikalische Line-up um die Masterminds Ori Kaplan und Tamir Muskat besteht aus dem MC, Sänger und Percussionisten Tomer Yosef, dem Gitarristen Uri Kinrot und Itamar Ziegler am Bass. Dazu gesellen sich als special guests die Bulgarian Chicks, Hassan Ben Jaffar, Victoria Hanna, Bauch- und Flamencotänzer und viele mehr.

Bauchtänzerinnen und Flamenco-tänzer, DJs und ein VJ setzen elektronische Musik in Szene, die sich aus Dance und Worldmusic gleichermaßen speist. Tamir Muskat und Ori Kaplan. Mit ihrer Band  arbeiten seit Jahren am Crossover zwischen elektronischer Madness und ihren osteuropäisch-mediterranen Wurzeln und mixen waghalsige Beats, turbulente Fanfaren und latenten Wahnsinn. Musik zwischen HipHop, Balkan Brass und Breakbeats.
Bei Balkan Beat Box verschmelzen Musiker aus Israel, Marokko und dem Iran die aufregenden Klänge des Mittleren Ostens, Nordafrikas, des Balkan und Osteuropas miteinander. Balkan Beat Box ermöglicht einen ganz anderen Blick auf Musik: als einen fortwährenden kulturellen Dialog. Und der kann verschiedene Formen annehmen. Er zeigt sich als Culture Clash oder Diskurs der Diaspora. Dann wieder zeigt er sich so vielstimmig wie Israel ist: ein wahrhaftiger Schmelztiegel mit all der arabischen, sephardischen und chassidischen Musik, aus dem sich schier unendlich Inspiration schöpfen lässt. Auch deshalb spielen Balkan Beat Box immer wieder dort, erhalten begeisterte Kritiken und erfreuen sich eines immensen Publikumszuspruchs. In diesem Jahr stellten BBB ihre Musik auf einigen der größten Festivals in Europa und Nordamerika vor. Das Publikum tobte und belohnte die Darbietungen mit standing ovations.
Die Musik von Balkan Beat Box stellt man sich am besten so vor: eine rauschende Dance-Party mit Performancekunst, bei der elektronische Musik mit entlegener Folklore aus Nord-afrika, dem Mittleren Osten, Osteuropa und vom Balkan gekreuzt wird. Ihre Abende bestechen dabei durch farbenfrohe Kostümierungen und reich ausstaffierte Artisten, die während der ganzen Party tanzen und performen. Das musikalische Line-up um die Masterminds Ori Kaplan und Tamir Muskat besteht aus dem MC, Sänger und Percussionisten Tomer Yosef, dem Gitarristen Uri Kinrot und Itamar Ziegler am Bass. Dazu gesellen sich als special guests die Bulgarian Chicks, Hassan Ben Jaffar, Victoria Hanna, Bauch- und Flamencotänzer und viele mehr.

"Balkan Beat Box reflektiert die Welt, die uns umgibt. Als Musiker versuchen wir stets, an die Grenzen unserer Instrumente zu gelangen. Als DJs wagen wir die Gratwanderung zwischen dem revolutionär Neuen auf der einen und dem traditionell tief Verwurzelten auf der anderen Seite. Man hört immer die Stimme der Vergangenheit, wie sie aus Jahrtausenden herüber dringt. Wir graben häufig nach den Roots unserer Vorfahren, aber gleichzeitig stehen wir auch im Dialog mit dem Hier und Jetzt. Wir suchen immer nach Wegen, unsere Musik neu zu definieren -- egal, ob sie jetzt einem jüdischen, mediterranen, balkanesischen oder New Yorker Einfluss unterliegt.
Ori Kaplan, Blasinstrumente; Tamir Muskat, Schlagzeug// Balkan Beat Box wurden 2003 von Ori Kaplan und Tamir Muskat gegründet. Zehn Jahre waren Ori und Tamir in den angesagtesten Underground-Bands von New York aktiv, darunter Acts wie Firewater, Gogol Bordello, Big Lazy und Shot'nez. Als DJs zogen sie rund um die Welt und tourten mit dem Balkan-Beat-Box-Spektakel. Tamir Muskat wuchs mit rumänischer und afrikanischer Musik auf. Ori Kaplan spielte in seiner Jugend, die er in Tel Aviv verbrachte, Klezmer auf der Klarinette. Über zehn Jahre konsequenten Spielens in verschiedenen Bands wurden sie zu wichtigen Protagonisten der Szene Manhattans. Ori studierte bei Yuri Yunakov, dem König des bulgarischen Zigeuner-Saxophons, und ging mit Gogol Bordello, Firewater, Shot'nez auf ausgedehnte Welttourneen. Tamir fungierte als Produzent für einige der besten Platten von Gogol Bordello, Firewater, J.U.F. und Big Lazy und begleitete sie auf Tour. The Balkan Beat Box ist die logische Fortsetzung ihres Schaffens und ihrer Prägung durch die Kultur de Diaspora. Mit Balkan Beat Box schöpfen sie aus dem Vollen und lassen die Extreme aufeinanderprallen.



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aus: www.laut.de
Starportrait
Tamir Muskat und Ori Kaplan sind die Kreativköpfe, die sich hinter dem Namen Balkan Beat Box verbergen. Ihr Baby agiert dabei nicht als Black Box, sondern ist offen für viele Einflüsse und künstlerische Ausdrucksformen. Neben der Musik fließt vielerlei in das Knglomerat BBB ein. Bauchtanz, Flamenco, DJs, VJs und Performance-Kunst macht das aus, was die beiden 2003 ins Leben rufen. Kaplan und Muskat sind aber beileibe keine Frischlinge, als sie 2003 in New York die Balkan Beat Box an den Start bringen. Der Name gerät dabei ein klein wenig irreführend, denn was sich um das Projekt abspielt, ist nicht nur auf dem Balkan zu verorten, sondern greift weiter.
Dies hat ganz sicher auch etwas mit den Wurzeln der beiden Protagonisten zu tun. Beide wachsen in der israelischen Hafen- und Musikmetropole Tel Aviv auf. Kaplan (Jahrgang 1969) erhält bereits in seiner frühen Jugend Unterricht in Klarinette, einem der tragenden Instrumente des Klezmer-Sounds. Traditionalismus in seiner reinen Form scheint aber seine Sache nicht unbedingt zu sein. So spielt er denn auch bald mit elektronischen Klangerzeugern und experimentiert mit Samplern beim Underground-Projekt DXM. Muskat kommt in Rumänien zur Welt, von wo seine Mutter nach Israel auswandert. Den vermeintlichen Kulturschock integriert Tamir schon bald als musikalische Lebensmaxime in seine Arbeit als Tontechniker und Produzent.

Unabhängig voneinander zieht es beide nach New York (Kaplan 1991, Muskat 1995), wo sie ihre unterschiedlichen Vorlieben künsterlisch Ausdruck verleihen. Tamir spielt in der Band Izabo Schlagzeug, Ori macht 1996 in den ehrwürdigen roten Backsteingebäuden des Mannes College Of Music seinen Abschluss. Nach diesem Kapitel stürzt er sich in die New Yorker Musikszene, gründet die Formation Trio Plus mit Geoff Mann am Schlagzeug und Tom Abbs am Bass/Tuba und ihm selbst am Saxophon. Steve Swell erweitert das Trio später zum Quartett. Wie es bei vielen Musikern der Fall ist, lastet ihn das alleine nicht aus. 1997 schließt er sich außerdem dem Little Huey Orchestra und einer weiteren Anzahl an Jazz-Projekten an, die im Dunstkreis des Knitting Factory-Labels ihr Unwesen treiben. Dort wirkt er an einigen hochgelobten Alben mit (u.a. "Gongol", "Le Magus").

1998 zieht es ihn zu Toda Ashley und seinen Firewaters, mit denen er das sehr gute Album "The Man On The Burning Tightrope" einspielt und auch auf Tour durch die USA und Europa geht. Weitere Engagements hat er mit Gogol Bordello Big Lazy, John Zorn und seiner Combo Shot'nez, in der er die verschiedensten klanglichen und kulturellen Strömungen einfließen lässt.

Tamir Muskat spielt schon 1996 bei Firewater, wo er Herrn Kaplan begegnet. Die Wege der Zwei kreuzen sich hier nicht zum letzten Mal. Auch bei Gogol Bordello haben sie gemeinsam die Finger im Spiel. Mit Big Lazy schreiben sie sogar an Filmmusik. Die Melange aus Elektroklängen und Romamusik bei Gogol Bordello muss Kaplan und Muskat dermaßen ins Mark geschossen sein, dass sie 2003 beschließen, die Balkan Beat Box als loses Kollektiv, mit ihnen selbst als klangliche Moderatoren, zu gründen. Unter Mitwirkung der unterschiedlichsten Gäste entsteht ein Album, das so ziemlich alles einschließt, was die beiden während ihres musikalischen Schaffens bislang berührt. Klezmer trifft auf Roma-Tröten, Dub gibt sich mit bulgarischen Frauengesängen munter die Klinke in die Hand.


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Der werte Stefan Hantel, aka Shantel, besitzt ein äußerst geschicktes Händchen dafür, sich die Crème de la Crème der weltmusikalisch angehauchten Bands und Projekte unter den Nagel zu reißen und auf seinem feinen Essay-Label zu veröffentlichen. Die Balkan Beat Box aus New York feiert nun ebenfalls dort ihr Stelldichein.
Auf der Coverabbildung prangen zwei Hähne mit stolz geschwelltem Kamm vor einer städtischen Kulisse samt Subway-Überführung. Bauernhof meets Urbanität, Folklore schnüffelt an der Clubkultur. Nach dieser Maxime verfahren Tamir Muskat und Ori Kaplan. Wie oben genannter Hasardeur der Roma-Mucke, so kreiert auch die Balkan Beat Box einen Bastard aus Elektronika und vermeintlich antiquierten Bläserklängen. Die beiden Israelis schubsen ihren Mix jedoch vermehrt in Richtung Dancefloor, wenn sie ihre Beats auf den Hörer loslassen.

Das mächtig pumpende "Bulgarian Chicks" mit ebensolchen an den Mikros steigt denn auch stimmungsvoll ins Album ein, nachdem uns "Cha Cha" einen instrumentalen Vorgeschmack dessen liefert, was einen auf über 50 Minuten denn so alles erwartet. Ein Faible für Osteuropäische Klänge kann das Duo aus der Wahlheimat New York kaum verbergen. Jedoch versteifen sie sich nicht darauf, nur Roma-Klänge mit Beats aufzumotzen. Seltsame Sprachfetzen dringen ans Ohr ("Adir Adirim"). Hebräisch? Arabisch? Keine Ahnung. Spielt beim Hörgenuss auch eher eine untergeordnete Geige. Hier findet zusammen, was vielleicht auf den ersten Blick nicht zusammen gehört, aber wenn nicht in der Musik, wo sonst sollten sich solche Gegensätze in einem heterogenen ganzen derart charmant verbinden?

"Shushan" klammert zwingende Rhythmen an die verschiedensten Blasinstrumente, was einen überaus guten Eindruck hinterlässt, ehe "Ya Man" mit einem Paukenschlag die vorherrschende Stimmung einfach und fahrlässig über den Haufen drischt. Fette Bratzgitarren klingen in diesem Kontext einfach scheiße. Den Eindruck von Rammstein in Turbanen mit Tablas bewaffnet drängt sich auf und das will nun wirklich keine Sau sehen. Ne, das war ein Griff ins Plumpsklo, mit den dazugehörigen olfaktorischen Spaßigkeiten.

Besserung folgt sogleich auf dem Fuße. "Gross" erheitert mit fluffiger Hoppelei, "Sunday Arak" klingt nur im Mittelteil melancholisch beschwert, kann ansonsten mit feinen, fetten, feisten und frischen Beats aufwarten. "Meboli" vermählt Jazzanleihen mit Drum'n'Bass bevor "La Bush Resistance", eines der großen Highlights, mit tiefer gelegten Bässen einen Dub par excellence zum besten gibt.