treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

SERGEY STAROSTIN

ZHILI BYLI: volksmusik aus russland - von meistern interpretiert

Sergey Starostin ist so etwas wie der russische Béla Bartók und hat sich ans Ziel gesetzt, die traditionelle Musik seiner Heimat zu konservieren. Er steht für russische Folklore, fernab von Kalinka und jeglicher Babuschka-Romantik - gerade deswegen ist Zhyli-Byli auch so authentisch und hörenswert
Sergey Starostin – vocals, clarinet, citra, flutes, cowhorn
Sergey Klevenskiy – vocals, clarinet, low vissel, cowhorn, overtone flutes
Olga Krasnopevtseva – vocals, ocarina
Taisia Krasnopevtseva – vocals, ocarina

Sergey Starostin (Moscow Art Trio) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Folkloreerbe seiner rissischen Heimat vorm Vergessen zu bewahren. 3000 Lieder hat er schon gesammelt. Sein Livealbum "Zhyli-Byli" nun nimmt uns auf eine spannende musikarchäologische Expedition in frühere Jahrhunderte mit. Was der Sänger und studierte Klarinettist unterwegs ausgräbt, konserviert er nicht nur für die Nachwelt, sondern bindet die ländlich bzw. bäuerlich anmutenden Soundschätze behutsam in eine moderne Jazzumgebung ein und macht sie so dem Zuhörer von heute zugänglich. Eine fremdartige und faszinierende Klangwelt.

Sergey Starostin – vocals, clarinet, citra, flutes, cowhorn
Sergey Klevenskiy – vocals, clarinet, low vissel, cowhorn, overtone flutes
Olga Krasnopevtseva – vocals, ocarina
Taisia Krasnopevtseva – vocals, ocarina


Sergey Starostin
Klarinette, Blasinstrumente, Gesang

Sergey Starostin wurde am 1. Januar 1956 in Moskau in eine musikalische Familie, die aus dem Süden stammte, geboren. Sein Vater war ein guter Sänger und Mundharmonikaspieler, während die Großmutter ihm die russischen Volksmärchen und -lieder beibrachte. In einem Knabenchor erfuhr er seine erste musikalische Ausbildung, bevor er von 1976 bis 1981 am Moskauer Konservatorium Klarinette studierte.
Früh interessierte er sich für russische Volkskunde, insbesondere die reichen Traditionen der russischen Volksmusik, die er auf Reisen zu sammeln und zu studieren begann. Er gilt als der ehrlichste Interpret russischer Volkslieder, als Intellektueller, der die Inspiration aus scheinbar einfachen Formen schöpft.
Seit 1982 gibt er Seminare als Vokalist und als Bläser traditioneller Blasinstrumente. 1987 erhielt er im russischen Fernsehen eine eigene Radiosendung, die traditionelle Musik vorstellte, von 1991 an leitete er eine TV Sendung über Folksmusik in Moskau. Als Autor und Produzent realisierte Sergey Starostin die Weltmusiksendung "World Village Show" für das russische Fernsehen.

Die Nähe russischer Musik und der Musik der Samen brachte ihn mit Mari Boine zusammen, mit der er in Moskau und Oslo aufnahm. 1990 komplettierte er das Duo Alperin/Shilkloper zum Moskau Art Trio, mit dem er als Sänger und Instrumentalist in Europa, USA, Afrika und Japan aufgetreten ist. In den vergangenen Jahren hat Sergey Starostin mit einer ganzen Reihe von Gruppen und Ensembles zusammengearbeitet, die entweder im Bereich der traditionellen Musik zu Hause sind oder Crossover-Projekte verfolgen. Dazu gehören Bilina, ein Tanz- und Musikensemble, das Folkquartett Slavichi, das Volksmusiktheater Bratchina oder die a cappella Formation Kazachiy Club. Neben der kontinuierlichen Arbeit mit dem Moscow Art Trio arbeitete er mit der Rocksängerin Inna Zhelannaya und ihrer Band Farlanders, dem Eurasian Art Ensemble und einem neuen Volkov Trio zusammen, für dessen gemeinsame CD „Once There Was Sun“, die Band im Jahr 2003 den BBC Award für Wolrd Music erhielt.


Alle Teilnehmer an diesem Projekt sind bekannte und bewährte Musiker der professionellen russischen Ethnomusik-Szene. Wenn es einen Friedensnobelpreis für Folklore gäbe, sollte Sergey Starostin ihn als erster bekommen. Sergey Starostin ist Musiker, unermüdlicher Erkunder, talentierter Meister. Er ist ein brillanter russischer Volks- und Jazzmusiker, Sänger und Multiinstrumentalist. Seit Jahren schon sammelt und studiert er russische Volkslieder im Rahmen seiner Folklore-Expeditionen hat er bisher beinahe 3.000 Lieder erfasst und für die Zukunft bewahrt. Er ist demnach nicht einfach ein Darsteller, sondern auch ein seriöser Forscher der Folklore, der viele Phänomene aus seinem eigenen, einzigartigen Blickwinkel betrachtet. Als Musiker gelingt es Starostin, auf erstaunliche Weise die traditionelle Herangehensweise an das Studium und die Aufführung Folklore-Lieder mit modernen, mitunter sogar avantgardistischen Musiktrends zu vermengen. Er ist Leiter zahlreicher Musikprojekte und wurde 2003 für die World Music Awards nominiert eine jährliche Auszeichnung der BBC für die faszinierendsten Weltmusiker auf dem Gebiet der Ethnomusik. Sergei Nikolajewitsch Starostin wurde 1956 in Moskau geboren. Seine ersten Begegnungen mit den Wurzeln der russischen Kultur verdankt er seiner Familie. Seine Eltern waren Leute der Generation, die dazu neigte, die Dörfer zu verlassen und sich nach neuen Möglichkeiten in der Stadt auf die Suche zu machen . Doch er wuchs in einer familiären Umgebung auf, in der es ein starkes Bewusstsein für die russischen Folklore-Traditionen und deren Erhaltung gab. Als Mitglied eines Knabenchors sang Sergey von früher Kindheit an. 1981 schloss er sein Klarinette-Studium am Moskauer Konservatorium ab. Schon während seiner Studienzeit begann sich Sergey für die russischen Folklore-Traditionen zu interessieren. Nach seinem ersten Jahr an der Universität schloss er sich einer ethnologischen Forschungsreise im Rjasan-Gebiet an, wo er in einem Dorf den Gesang einer älteren einheimischen Frau entdeckte, die die erstaunliche Fähigkeit hatte, nicht einfach zu singen, sondern um es in der Sprache der Theoretiker auszudrücken ein überraschendes musikalisches Bild des Lieds zu kreieren. Verblüfft war Sergey nicht nur von der Klangfarbe ihrer Stimme, die sich durch den typischen Folklore-Charakter sowie durch große Natürlichkeit auszeichnete, sonder auch von der Tatsache, dass sie auch ohne geeignete musikalische Ausbildung in einer so überzeugenden und professionellen Art und Weise zu singen vermochte. In den darauf folgenden vier Jahren arbeitete Sergey mit dem Folklore-Ensemble des Konservatoriums zusammen und nach Erfüllung seiner Wehrpflicht ging er an diese Schule zurück, um in deren Folklore-Labor zu arbeiten. Zu seinen Aufgaben dort gehörten die Aufbewahrung, Beschreibung und Einordnung der während der Folklore-Reisen gesammelten Daten. Er reiste freilich selber auch viel in die Dörfer. Neben Gesang interessierte sich Sergey auch zunehmend für traditionelle Holzblasinstrumente. Diese waren schon damals selten geworden, doch Sergey hatte Glück. Es gelang ihm, eine beachtliche Zahl von Folklore-Instrumenten, die schon zu Artefakten geworden waren, zu finden und zu neuem Leben zu erwecken: den Horn aus dem Twer-Gebiet, den er heute noch spielt, die Kaljuka, eine Obertonflöte, die Gusla, ein Streichinstrument, und andere. Sein Kosenname Grandpa verdankt Sergey seinem Äußeren: er hat einen graumelierten Bart und blaue Augen, die aus Liebe für die traditionellen Musikinstrumente Schaleika, Kaljuka, Low Whistle, Pyzhatka, Gusla und Flöte regelrecht funkeln. ...